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Eckwertebeschluss

Mit dem „Eckwertebeschluss“ hat der Stadtrat am 11. April 2005 beschlossen, bestimmte Bereiche der Stadtmitte als Eckpfeiler einer integrierten Entwicklung zu einem lebendigen Mittelpunkt Ingelheims verstärkt zu fördern.

 

Es sind dies die Bereiche

 

- Areal zwischen Bahnhof und Binger Straße („Einkaufszentrum Georg-Rückert-Straße“)

- Bahnhofstraße (Traditionelle Einkaufsstraße mit hochwertigem Einzelhandel)

- Marktzentrum / Rathaus (Administratives Zentrum und Marktplatz der Stadt)

 

Erklärte Absicht ist damit, die Stadtmitte neben einer allgemeinen Aufwertung im öffentlichen Raum wie im privaten Bereich insbesondere durch die Entwicklung des Areals „Georg-Rückert-Straße“ zu stärken. In einem Komplex attraktiver Nutzungsmischungen von Einkaufen, Dienstleistung und möglichst auch Wohnen sollen insbesondere durch die Ansiedlung von Magnetbetrieben und die Möglichkeit zur Verlagerung / Erweiterung vorhandener Ingelheimer Einzelhandelsbetriebe zusätzliche Kundenströme in die Innenstadt geleitet und das überdurchschnittliche Kaufkraftpotenzial in Ingelheim besser erschlossen werden.

 

Von dem Einkaufszentrum wird eine Impulswirkung auf die traditionellen Haupteinkaufsstraßen Bahnhofstraße und Binger Straße erwartet. Es soll insgesamt zu einem Qualitätssprung für den Ingelheimer Einzelhandel führen.

 

 

Der Eckwertebeschluss für das Areal zwischen Bahnhof und Binger Straße („Georg-Rückert-Straße“) definiert folgende Zielvorstellungen:

 

- Im Bereich Georg-Rückert-Straße sollen zusätzliche attraktive Verkaufsflächen in
  einer Größenordnung von ca. 9000 m² geschaffen werden. Dieses dient sowohl
  zur Verbesserung der Entwicklungsperspektive bestehender Ingelheimer
  Einzelhandelsbetriebe durch die Möglichkeit der Verlagerung an einen günstigeren
  Standort als auch der Ergänzung des bestehenden Sortiments (Magnetfunktion).

 

- Zur Entwicklung einer vitalen Stadtmitte sind attraktive Verbindungen zu den
  Bereichen Rathausplatz / Neuer Markt sowie zur Bahnhofstraße zu schaffen.

 

- Die Binger Straße soll in ihrer Funktion als Einkaufsstraße im Zentrum
  aufgewertet werden.

 

-  Über den in Diskussion stehenden Neubau einer Stadthalle mit Hotel sollte das
   Areal an der Georg-Rückert-Straße nicht als Standort weiterverfolgt werden.

 

 

Für die Qualität der Entwicklung des Areals um die Georg-Rückert-Straße ist die Auswahl eines geeigneten Investors für diesen Bereich ein besonders wichtiger Prozess. Dieser muss bereit und in der Lage sein, die Grundsätze des Eckwertebeschlusses und der weiteren Rahmenplanung in diesem Bereich umzusetzen.

Die Abgrenzung des Areals, das in die Entwicklung mit einbezogen werden kann bzw. soll erfolgte dabei zunächst unter städtebaulichen Gesichtspunkten. Es reicht von der Binger Straße im Süden bis zur Römerstraße im Norden. Westliche Grenze ist die Bahnhofstraße bzw. die an der Bahnhofstraße zwischen Georg-Rückert-Straße und Römerstraße liegende Bebauung. Die östliche Grenze wird durch die Konrad-Adenauer-Straße gebildet. In diesem Bereich liegen Nutzungen, die im Rahmen der Planung mit zu berücksichtigen sind.

 

- Das Haus der Jugend ist die zentrale Einrichtung der Jugendarbeit in
  der Stadt Ingelheim. Standort und Ebenerdigkeit werden von dort als
  wesentliche Erfolgsfaktoren für die gute Annahme der Einrichtung unter
  den Jugendlichen eingeschätzt. Im Rahmen der Planung ist zu untersuchen,
  ob der Bereich für eine sinnvolle Entwicklung des Gesamtareals erforderlich
  ist bzw. ob die Einrichtung eventuell sinnvoll in einen solchen Komplex
  zu integrieren wäre.

 

- Das Areal Saalwächter ist aufgrund der Eigentumsverhältnisse der
  einzige Bereich, der vermutlich nicht direkt in die Entwicklung mit
  einzubeziehen sein wird. Deshalb sollen die Konzepte hier eine
  Vorstellung davon vermitteln, wie sich die Entwicklung in einem
  zweiten Schritt auch auf dieses Areal erstrecken kann. Wichtig ist
  dabei, dass durch die Konzeption keine gegenseitigen Abhängigkeiten
  geschaffen werden, damit nicht Zwänge hinsichtlich der weiteren
  Entwicklungsmöglichkeiten entstehen.

 

- Die Post ist eine zentrale Einrichtung der Infrastruktur in der
  Stadtmitte. Diese Einrichtung soll also an zentraler Stelle in der
  Stadtmitte weiter beheimatet sein. Der Flächenbedarf wird sich
  allerdings durch die Auslagerung der Zustellerbasis an einen
  Standort in einem Gewerbegebiet verringern. Die Einrichtung
  einer Filiale mit etwa 250 m² Flächenbedarf soll jedoch in der
  Stadtmitte ermöglicht werden.

 

Einem zunächst in den Jahren 2005 bis 2006 bundesweit durchgeführten Investorenauswahlverfahren, das wegen geänderter Rechtsprechung aufgehoben werden musste, schloss sich im Jahr 2008 ein europaweites Ausschreibungsverfahren an. Die Auswahl eines Bieters ist die Grundlage für die weitere Planung und Realisierung eines attraktiven und zukunftsfähigen Ingelheimer Stadtzentrums.