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Projektleitung:
Caroline Klausing
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55218 Ingelheim am Rhein
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Mittwoch 14.30-16.00 Uhr

Wissenschaftliches Konzept

Einige Schwerpunkte und Autoren des geplanten Bandes standen im September letzten Jahres bereits fest: der einschlägige Themenkanon besteht hierbei aus Widerstand, Schulen, Jüdischer Geschichte, Katholischer und Evangelischer Kirche, Euthanasie, Geschichte der NSDAP etc. Spezifische Besonderheiten der Ingelheimer Geschichte spiegeln sich in den Themenfeldern Separatisten und einem Beitrag über den ehemaligen Wehrmachtsoffizier und Bataillonsführer Hermann Berndes wieder. 

 

Daneben sollen Statistiken über Bevölkerungsentwicklung und –strukturen, ein Personenindex und Karten zur Veranschaulichung der Analysen beitragen. Mittlerweile sind noch weitere Beiträge hinzugekommen die den Band komplimentieren. Einleitend steht hierbei eine Darstellung der Ingelheimer Parteienlandschaft im Spiegel der Presse in den Jahren 1930-1933 abschließend ein ausblicksartig konzipierter Beitrag, der den Umgang Ingelheims mit der schwierigen Vergangenheit im gesellschaftlichen Kontext von Justiz- und Spruchkammerverfahren thematisiert. Die Publikation will folglich bewusst über die Zeit des Nationalsozialismus hinausgreifen und sowohl die Vorgeschichte als auch den gesellschaftlich-politischen  Umgang nach 1945 partiell mit einbeziehen. Sie versteht sich somit als Teil der modernen Geschichtswissenschaft die über die engen Epochengrenzen hinausgreift und verdeutlicht, dass personelle, gesellschaftliche, administrative und strukturelle Kontinuitäten und Entwicklungslinien eben nicht mit dem 8. Mai 1945 brachen.

 

Vor dem Hintergrund dieser Rahmenbedingungen geht es folgerichtig nicht um eine abschließende Gesamtdarstellung Ingelheims im Nationalsozialismus sondern um die schlaglichtartige Beleuchtung einzelner, wenn auch zentraler Aspekte, Entwicklungen und Handlungsmuster.  Dieser Ansatz macht die Auswahl einzelner Themenfelder sowie  erkenntnisleitender Fragestellungen notwendig, die - wie immer - zum einen vor allem an die Quellenlage zum anderen an die dem Projekt zur Verfügung stehenden Personen gebunden ist, die Repräsentativität dieser Auswahl muss somit vorerst offen bleiben. Auch dem Anspruch alle „bedeutenden“ Ingelheimer Institutionen und Personen einen Platz in der Untersuchung einzuräumen muss hierbei zurückgewiesen werden.