Tagung der Friedhofsverwaltungen des Landes in Ingelheim

Die Tagungsmitglieder vor der Aussegnungshalle. Foto: Stadt/bs

Rund 40 Mitarbeiter aus den Friedhofsverwaltungen des ganzen Landes trafen sich zu ihrer jährlichen Tagung in Ingelheim. Die neue Aussegnungshalle in Frei-Weinheim schien ein geeigneter Ort dafür zu sein, denn es wurden die Themen diskutiert, die sich rund um Gräber und Beerdigung drehen.

Die Tagesordnungspunkte, die aus den unterschiedlichen Gemeinden oder Städten eingereicht wurden, wurden alle abgearbeitet. So kämpft beispielsweise die VG Deidesheim mit einem Internetportal, das gewerbsmäßig Grabsteinfotos und Todesanzeigen verkauft. Lässt sich das verbieten und wie geht man mit den neuen Medien um?

Die Stadt Bingen fragte nach, ob es ein Budget in den Haushalten gibt, damit Informationsveranstaltungen, Flyer und Vor-Ort Termine rund um die Bestattung finanziert und somit stattfinden und erstellt werden können. Es muss dafür sensibilisiert werden, sich frühzeitig mit der eigenen Bestattung auseinanderzusetzen und Regelungen mit der Familie abzusprechen. Wenn der Todesfall erst eingetreten ist, werden schnelle Entscheidungen abverlangt, die vom Bestattungsinstitut vorgeschlagen werden, da die Zeit drängt. Da kommt es dann oft vor, dass Entscheidungen aus Unkenntnis getroffen werden, die dann nicht mehr geändert werden können. Dem möchte man entgegenwirken. Die Stadt Koblenz hat hierfür beispielsweise ein Budget in Höhe von 10.000 Euro eingestellt. Den meisten Verwaltungen stehen dafür jedoch keine Mittel zu Verfügung.

Ein vieldiskutiertes Thema war die Anlage muslimischer Grabstätten, bei dem einige Städte politischen Druck erleben. Die Erfahrung in Ingelheim hat jedoch gezeigt, dass in den zehn Jahren, in denen es ein muslimisches Gräberfeld auf dem Frei-Weinheimer Friedhof gibt, nur sechs Bestattungen gab. Die meisten Verstorbenen werden in die Heimatländer gebracht, die anderen in normalen Gräbern beerdigt.

Den Austausch von Informationen und Neuigkeiten, die oft auch die Verwaltungstätigkeiten betreffen, haben die Teilnehmer wie in jedem Jahr sehr begrüßt, noch dazu, da der Architekt der Aussegnungshalle, Gunther Bayer eine Führung machte. Im Anschluss konnten die Tagungsmitglieder die neuen Bereiche wie den Bestattungshain besichtigen. Dieser wird erst Ende nächsten Jahres belegbar sein, da die Bäume erst gut anwachsen müssen.

Wegen der guten Akustik und dem ansprechenden Ambiente freuen sich die Teilnehmer schon jetzt auf die Tagung, die turnusgemäß erst in etlichen Jahren wieder in der Rotweinstadt stattfinden wird.