Immissionsschutz

Immissionen sind Einwirkungen auf Menschen, Tiere, Pflanzen, Boden, Wasser sowie Kultur- und sonstige Sachgüter durch Luftverunreinigungen, Geräusche, Erschütterungen, Licht, Wärme, Strahlen und ähnliche Umwelteinwirkungen.

Das Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) dient dazu, die Allgemeinheit und insbesondere die Nachbarschaft vor schädlichen Umwelteinwirkungen zu schützen und dem Entstehen schädlicher Umwelteinwirkungen vorzubeugen. Diese müssen von sogenannten Anlagen ausgehen. Für die Errichtung und den Betrieb von Anlagen ist ein immissionsschutzrechtliches Genehmigungsverfahren notwendig, wenn die Anlagen in der 4. Verordnung zum BImSchG aufgeführt sind.

Die übrigen, immissionsschutzrechtlich nicht genehmigungsbedürftigen Anlagen (zum Beispiel Sportplätze, Freizeitanlagen, Baumaschinen) sind so zu errichten und zu betreiben, dass schädliche Umwelteinwirkungen, die nach dem Stand der Technik vermeidbar sind, vermieden werden und schädliche Umwelteinwirkungen, die nach dem Stand der Technik unvermeidbar sind, auf ein Mindestmaß begrenzt werden.


Fluglärm

Flugzeuge sind auch über dem Stadtgebiet eine nennenswerte Lärmquelle. Die Stadtverwaltung Ingelheim hat in Frei-Weinheim, Nieder-Ingelheim und Großwinternheim auf Antrag des Stadtrates, Fluglärm-Messstationen installiert, nach der Eingemeindung kam auch Wackernheim dazu. Die vier kalibrierten Messstationen registrieren jede Flugbewegung über den vorgenannten Stadtteilen. Anhand dieser Daten wird der genaue Umfang der Lärmbelastungen am Tag und in der Nacht bestimmt.Dies ist insbesondere wichtig, seit die neue Landebahn Nordwest in Betrieb gegangen ist und beim Start die Südumfliegung geflogen wird.

 

Die Messstationen bieten allen Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit, sich umfangreich über die Flugbewegungen im Raum Ingelheim zu informieren und sich über unverhältnismäßigen Lärm zu beschweren. Das Portal des unabhängigen Vereins „Deutscher Fluglärm Dienst e. V.“ (www.dfld.de) stellt die Aufzeichnungen online zur Verfügung und eröffnet damit eine einfache Möglichkeit sich über besonders störende Lärmereignisse durch Flugzeuge zu beschweren. Die Daten werden zum Nachweis gespeichert und weiter aufbereitet. So können neben der täglichen Statistik Flüge mehrere Monate zurückverfolgt werden.

Wie kann man sich über Fluglärm beschweren?

Über Telefon bei der Fraport:
kostenlose Rufnummer 0800-2345679

Über Mail bei der Fraport: info@fraport.de

Über Internet: dfld.de oder fluglaerm-rheinhessen.de mit fundierten Daten der

Messstation:

1.     Dort die Messstationen anzeigen lassen

2.     Den Überflug für die Uhrzeit auswählen und den Messwert anklicken

3.     Adressfeld ausfüllen und Beschwerde versenden

Eine ausführliche Anleitung gibt es auch direkt auf der Homepage

 

Jede Beschwerde muss bearbeitet werden.


Lärmschutzbeauftragter

Foto: Andre Thomas

Der Stadtrat hat im November 2019 Wolfgang Thomas zum ehrenamtlichen Lärmschutzbeauftragen gewählt.

Zuständigkeit und Ziele seiner Arbeit

  • Der Lärmschutzbeauftragte nimmt in neutraler Funktion, vorbehaltlich der gesetzlichen Zuständigkeiten, eine Mittlerrolle zwischen den Bürgerinnen und Bürgern und allen anderen Beteiligten am öffentlichen Leben (Behörden, Betriebe, Verbände etc.) wahr. Er wirkt durch seine Arbeit auf die Vermeidung bzw. Verringerung von Lärmbelastungen hin.
  •  Die Zuständigkeit erstreckt sich auf alle Lärmereignisse im öffentlichen Raum im Gebiet der Stadt Ingelheim am Rhein. Dabei ist der Bereich Fluglärm von besonderer Bedeutung, insbesondere in den  Stadtteilen Großwinternheim (Flugrouten) und Wackernheim (Flugrouten und Höhenlage).
  •  Nachbarschaftsstreitigkeiten sind ausgenommen.

 

 Kontakt

Tel.: +49 6132 95 33 15
E-Mail: laermschutzbeauftragter(at)ingelheim.de

Arbeitsinhalte

Der Lärmschutzbeauftragte nimmt lärmbezogene Anliegen insbesondere der Bürgerinnen und Bürger entgegen.

Der Lärmschutzbeauftragte unterstützt im Bedarfsfall die Kommunikation mit den zuständigen Ansprechpartnern in der Verwaltung oder bei sonstigen Stellen. Er nimmt Anliegen der Bürger entgegen und bespricht diese in regelmäßig stattfindenden Besprechungen (je nach Bedarf monatlich, vierteljährlich etc.) mit der Verwaltung um entsprechende Lösungen herbeizuführen. Er kann bei Bedarf die Themen auch vermittelnd weiterhin begleiten.

Daneben ist der Lärmschutzbeauftragte mit entsprechenden öffentlichkeitswirksamen Maßnahmen im vorbeugenden Lärmschutz tätig. Dazu gehört auch, die politisch Handelnden in allen Bereichen für das Thema Lärmschutz zu sensibilisieren und auf entsprechende Maßnahmen, beispielsweise in der Bauleitplanung im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten hinzuweisen.

Der Lärmschutzbeauftragte erstellt jeweils zum 1. November eines Jahres einen Jahres-Lärmschutzbericht, in dem er über seine Arbeit, insbesondere die von ihm beobachteten Lärmereignisse und -belastungen berichtet und im Bedarfsfall Vorschläge unterbreitet, mit welchen konkreten Maßnahmen den Belastungen begegnet werden könnte.

Der Lärmschutzbeauftragte ist insbesondere auch Ansprechpartner in Sachen Fluglärm. Er berichtet jährlich über die Messergebnisse der Ingelheimer Fluglärmmessstationen. Er informiert über zu erwartenden Veränderungen, beispielsweise durch die Ausbaumaßnahmen am Frankfurter Flughafen oder Änderungen von Flugrouten. Er nimmt als beratendes Mitglied an der Arbeitsgruppe Flughafenerweiterung bei der Kreisverwaltung teil und begleitet das gemeinsame Klageverfahren der rheinhessischen Gemeinden zur Südumfliegung. Er begleitet die Arbeit des durch den Zweckverband Layenhof gebildeten Lärmschutzbeirates für den Flugplatz auf dem Layenhof.

Der Lärmschutzbeauftragte ist bei der Weiterentwicklung des Ingelheimer Lärmaktionsplanes eingebunden.

Der Lärmschutzbeauftragte ist unparteiisch tätig und unterliegt der besonderen Treuepflicht gemäß § 21 Gemeindeordnung. Er berät den Stadtrat und die Ortsbeiräte in allen lärmschutzrelevanten Themen.

Der Lärmschutzbeauftragte erhält die Möglichkeit, an themenbezogenen Fortbildungsveranstaltungen teilzunehmen.

 

 

Ansprechperson

Ulrich Reussner

  • Funktion:
    Abteilungsleiter
  • Abteilung:
    Abteilung für Umweltschutz, Grünordnung und Landwirtschaft
  • Umwelt- und Grünflächenamt

    Telefon: +49 6132 782-156
    Telefax: +49 6132 782-204
    E-Mail: ulrich.reussner(at)ingelheim.de

Rainer Stemmler