Historie der Emmerichshütte

Initiator der Errichtung eines Kinderheimes war der damalige Schulrat Paul Rochelmeyer.

Ihm kam bereits im Jahr 1917, als er das damalige „Russenlager“ (ehemalige Unterkunft für russische Kriegsgefangene) besuchte, der Gedanke,  an dieser Stelle eine Stätte der Erholung für Kinder zu eröffnen.

Wirklichkeit wurde dies nach Ende des 1. Weltkrieges im Jahr 1921. Das Haus diente vorwiegend der Erholung Ingelheimer Kinder. Die Verpflegung  der Kinder wurde anfänglich mit Lebensmittelspenden aus der Bevölkerung und der Industrie sichergestellt. Unter anderem der Arbeiterradfahrverein Ingelheim hatte die Organisation der Lebensmitteltransporte übernommen. Mitglieder dieses Vereins fuhren nach ihrer Arbeit mit 70 bis 80 Pfund Gepäck auf ihrem Stahlross von Ingelheim zur Emmerichshütte  - immerhin 40 Kilometer.

Im Jahr 1924 erbauten die damaligen Gemeinden Nieder- und Ober-Ingelheim ein neues Kinderheim. Unzählige Kinder  erholten sich dort in offenen Kuren oder während ihres Schullandheim-Aufenthaltes. Seit 1956 kamen sogar Berliner Kinder und Senioren in unser Haus, um nach den Kriegsjahren ein paar unbeschwerte, erholsame Tage erleben  zu können.

Das Haus wurde mit den Jahren stark renovierungsbedürftig und entsprach weder den neuen gesetzlich vorgeschriebenen wärmetechnischen Anforderungen, noch den heutigen Nutzungsansprüchen. Aus diesen Gründen wurde die Emmerichshütte im September 2005 geschlossen, im Oktober 2005 abgerissen und danach mit einem Neubau begonnen. Die Wiedereröffnung erfolgte am 26.09.2008. Für das gesamte Gebäude sind überwiegend Naturbaustoffe verwendet worden. Fast alle Wände sind aus Holz; auf Leim, Lack und Imprägnierungen wurde weitgehend verzichtet, wodurch man ein gesundes Raumklima erreicht. Das Kiefern-, Fichte-, Eichen-, Douglasien- und Lärchenholz stammt ausschließlich aus dem Ingelheimer Stadtwald und präsentiert die heimischen Baumarten.

Der Ingelheimer Wald mit seinen 1.185,2 Hektar umfasst rund 0,15 Prozent der Gesamtwaldfläche und rund 0,32 Prozent der kommunalen Waldfläche von Rheinland-Pfalz. Die ersten bekannten urkundlichen Erwähnungen der Zugehörigkeit des Waldes zu Ingelheim gab es im Jahr 1194.

Den Namen erhielt das Haus durch den Kohlenbrenner Emmerich Schneid, der im Jahr 1732 mitten im Wald eine Hütte baute, um mit Hilfe seiner Familie die glimmenden Kohlenmeiler besser überwachen zu können.

Emmerichshütte, Ingelheimer Wald, Freizeitheim
Kinderheim Emmerichshütte um 1930, Archivfoto

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Anschrift / Öffnungszeiten

Jugendfreizeitheim Emmerichshütte
Emmerichshütte
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