Bodenschutz


Bis Boden in seiner uns heute bekannten Form entstanden ist, sind lange geologische Zeiträume vergangen. Und in nur wenigen Augenblicken ist er durch Schadstoffeinträge, Versiegelung, Verdichtung, Bodenabbau und Erosion verunreinigt, zerstört oder abgetragen. Das Bundes-Bodenschutzgesetz (BBodSchG) hat daher festgelegt, das seine vielfältigen Funktionen (s. Im § 2 Abs. 2 BBodSchG ) nachhaltig zu schützen sind, indem der Boden in seiner Leistungsfähigkeit und als Fläche für Nutzungen aller Art nachhaltig zu erhalten oder wiederherzustellen ist.

Nur unter dieser Voraussetzung kann insbesondere sauberes Grundwasser gewährleistet werden, die Landwirtschaft dauerhaft gesunde Nahrungsmittel erzeugen und sich der Wald als grüne Lunge entwickeln.


Kommunaler Bodenschutz

Kommunen bieten sich vielfältige Möglichkeiten, die Belange des Bodenschutzes bei ihren Planungs- und Genehmigungsverfahren zu berücksichtigen. Als Träger der Bauleitplanung steht den Kommunen eines der zentralen raumwirksamen Planungsinstrumente zur Verfügung. Darüber hinaus kann die Kommune auch in anderen Handlungsfeldern aktiv Bodenschutz betreiben:

  • Im Baugenehmigungsverfahren
  • Beim Grundstücksverkehr
  • Reduzierung der Flächeninanspruchnahmen durch Hoch- und Tiefbauten (Versiegelung)
  • Ausweisen von schutzwürdige Böden
  • Umgang mit schädlichen Bodenveränderungen und Altlasten
  • Regenwasserbewirtschaftung

Hauptzielsetzung des kommunalen Bodenschutzes ist die Reduzierung des Flächenverbrauchs beziehungsweise der Flächeninanspruchnahme (quantitativer Bodenschutz). Diesem Ziel kommt die Stadt Ingelheim durch das sogenannte Nachverdichten in Siedlungsbereichen nach. Im Leitbild 2022 hat der Stadtrat auch des Ziel definiert, die Innenentwicklung vor der Außenentwicklung voranzubringen.

Daneben stehen die Ziele des qualitativen Bodenschutzes, der auf den Schutz von Böden mit besonderen Funktionsausprägungen (schutzwürdige Böden) ausgerichtet ist. Hier sind in Ingelheim im Besonderen die Binnendünen zu nennen, die per Gesetz einem Pauschalschutz unterliegen und eine absolute bodenkundliche Besonderheit darstellen.


Umgang mit schädlichen Bodenveränderungen und Altlasten

Bereits im Jahr 1990 hat die Stadt Ingelheim gemeinsam mit der damaligen zuständigen Bezirksregierung alle Altstandorte und Altablagerungen in Ingelheim kartiert. Diese Daten sind in das Bodeninformationssystem des Landes Rheinland-Pfalz eingeflossen.  Darüber hinaus unterhält die Umweltabteilung der Stadtverwaltung Ingelheim ein digitales kommunales Altlasten- und Schadenskataster, dass bei Planungen und zur Beantwortung von Fachfragen genutzt wird. Mit den Aussagen des Katasters kann im Vorfeld abgeprüft werden, ob ein Vorhaben an einer bestimmten Stelle im Stadtgebiet generell möglich oder sinnvoll ist und ob bei Eingriffen in den Boden erhebliche Belastungen zu erwarten sind. Daneben sind aber fast immer zusätzliche Untersuchungen des Bodens erforderlich, da die vorliegenden Daten oft nicht ausreichen um abschließend zu beurteilen, was mit dem verunreinigten Boden geschehen muss.


Regenwasserbewirtschaftung

Die Versickerung von Niederschlagswasser ist im Baugesetzbuch vorgeschrieben und soll überall dort vorgeschrieben werden, wo Böden versickerungsfähig sind und auch die notwendige Filter- und Reinigungsfunktion übernehmen können. Das kann über dezentrale Versickerungsanlagen erfolgen oder über die Versickerung auf privaten Grundstücken.

Die Stadt Ingelheim fördert den Bau von privaten Regenwasserzisternen. Ist eine Zisterne vollgelaufen und muss das zulaufende Wasser abgeleitet werden, gibt es zwei Möglichkeiten:

  • Erstens: Die Zisterne ist an einen Regenwasserkanal angeschlossen.
  • Zweitens: Über den Überlauf wird das Wasser in eine oberirdische Mulde eingeleitet, so dass das Regenwasser durch die belebte Bodenzone dem Grundwasser zugeführt wird.


Die zweite Variante ist die zu bevorzugende, um die Grundwasserneubildungsrate zu erhöhen und die Kanäle zu entlasten. Die Böden funktionieren hierbei als große Schwämme, die das Niederschlagswasser zeitverzögert an die Bäche und Flüsse abgeben und damit ein Beitrag zum Hochwasserschutz geleistet wird.