40 Jahre Forstbeamter

Übergabe der Urkunden. v.l. Oberbürgermeister Ralf Claus, Florian Diehl, Umweltdezernentin Dr. Christiane Döll, Leiter des Forstamts Soonwalds Bernhard Frauenberger. Foto: Stadt/bs


Er ist ja nicht der typische Verwaltungsbeamte, der seit 22 Jahren im Ingelheimer Stadtwald seine Arbeit als Förster und Werkleiter verrichtet. Denn Florian Diehl kümmert sich um den Zustand des Waldes, die Nutzung des Holzes und nicht zuletzt um das Wild. „Viel zu spät kam ich in den Stadtwald, hätte ich gewusst, wie schön die Arbeit ist, wäre ich viel früher aus dem Ministerium gegangen“ schmunzelte der Jubilar bei einer kleinen Feierstunde. Oberbürgermeister Ralf Claus kennt den Mitarbeiter schon fast die ganzen Jahre, er habe ja als „Erbfolge“ von seinem Vater das Amt übernommen und er habe ihn als innovativ kennengelernt, der nicht nur jeden Baum persönlich kennt, sondern nie zu bremsen sei. Dezernentin Dr. Christiane Döll ergänzte: „immer mit Blick in die Zukunft mit neuen Ideen.“

Da bereits 1988 der Stadtrat die naturnahe Bewirtschaftung des Ingelheimer Walds beschlossen hatte, konnte Florian Diehl als Gründungsmitglied des ökologischen Jagdverbands mit seinen Vorstellungen aus dem Vollen schöpfen, denn die Ökologie liegt ihm besonders am Herzen. „Wir müssen weg vom merkantilen Denken und den Wald nur ausbeuten, wir brauchen auch für die Zukunft Baumarten, die diese heißen und trockenen Sommer unbeschadet überstehen“.

Zwei schreckliche Ereignisse, den Sturm Wiebke 1990 und exakt auf den Tag genau zwanzig Jahre später „Xyntia“ haben unendlich viel Schaden im Ingelheimer Wald angerichtet, mit den Folgen hat er noch immer zu kämpfen. Das Zehnfache des üblichen jährlichen Holzeinschlags musste schnellstens verarbeitet werden, um einem Borkenkäferbefall zuvor zu kommen. Die Aufforstung danach dauerte Jahre.

Gerne erinnert sich der 59 Jährige an die Geschichte der neuen „Aufgaben“ des Kandrich. Als die militärische Nutzung dort oben auf dem windgepeitschten Berg zu Ende war, konnte er die schnell danach gebauten Windkrafträder mitbegleiten. Acht Windräder stehen mittlerweile auf Ingelheimer Boden, 16 sind es insgesamt. Die FSC-Zertifizierung (für nachhaltiges Holz), die Wiederinbetriebnahme des Steinbruchs und die Umwandlung des Walds in einen Eigenbetrieb waren weitere Meilensteine in all den Jahren, ganz besonders freut er sich jedes Jahr, wenn das internationale Workcamp stattfindet. Mit vielen der Teilnehmer aus aller Welt hält er seit vielen Jahren weiterhin persönlichen Kontakt.

Sein besonderes Anliegen ist es, zum historischen Bezug zur Stadt und vielleicht neuen archäologischen Erkenntnissen zu forschen.

Aber nicht zuletzt freut er sich auf daheim, wenn er seinen Bayrischen Gebirgsschweisshund Wotan wieder an seine Seite holen kann, eine Rasse, der er sich seit Jahrzehnten verbunden fühlt.