Solar-Papierkörbe sollen für mehr Sauberkeit sorgen

Bild: Oberbürgermeister Ralf Claus und Gregor Fetzer, Leiter des Bauhofes Ingelheim begutachten den ersten Solarmülleimer am Bahnhof. Foto: Stadtverwaltung/dtg

Bild: Groß und Weinrot, so sehen die Mülleimer aus. Sie sollen Appellativ wirken. Foto: Stadtverwaltung/dtg

Die Sauberkeit in Ingelheim ist ein viel diskutiertes Thema. Wilder Müll, achtlos weggeworfene Zigarettenschachteln oder Verpackungsmüll der durch die Straßen weht, illegale Müllentsorgung im Außenbereich, das sind die Beschwerden, die täglich dem Bürgerecho der Stadtverwaltung Ingelheim gemeldet werden. Oberbürgermeister Ralf Claus möchte nun genau dieser Verunreinigung an den Kragen. „Wir leisten bereits viel, um einer Vermüllung entgegenzuwirken. Der städtische Bauhof macht seine Arbeit sehr gut und wird in Kürze im Bereich der Stadtreinigung personell verstärkt“, betont Oberbürgermeister Ralf Claus. „Allerdings hat sich in unserer Gesellschaft eine erhöhte Wegwerfmentalität entwickelt“, so Claus weiter. Um genau hier entgegenzuwirken, kündigte Oberbürgermeister Ralf Claus im vergangenen Jahr eine Sauberkeitskampagne an. Den Anfang machte der Beschluss des städtischen Haupt- und Finanzausschuss zum Ankauf von fünf intelligenten Mülleimern, die mit einer integrierten Presse den Inhalt auf ein Siebtel der Menge zusammendrückt. Somit kann der Innenbehälter der Mülltonne bis zu 840 Liter Papierkorbabfall aufnehmen. Das entspricht einem ungefähren Inhalt von 16 x 50-Liter-Mülleimern.

„Bereits das Aussehen soll appellativ und ansprechend wirken“, so der Oberbürgermeister. Damit sich der Mülleimer, trotz seiner massiven Erscheinung gut in das Stadtbild einfügt, wurde die äußere Stahlhülle in dem städtischen Rotweinrot gestaltet. Ein Fußpedal sorgt dafür, dass der Mülleimer nicht zwingend mit den Händen berührt werden muss. Jedoch kann der intelligente Mülleimer noch mehr. Denn: Im oberen Display bedankt sich dieser beim Nutzer und kann über das Internet und manuell verschlossen werden. „So können wir an kritischen Tagen eine Nutzung verhindern und Vandalismus vermeiden“, erklärt Ralf Claus. Ein in sich geschlossenes System sorgt somit dafür, dass kein Streumüll durch Tiere, kein Ungeziefer und kein Gestank mehr vorkommen. „Gerade im Bereich der Hafenmole haben wir mit dem Streumüll zu kämpfen. Vögel ziehen aus den vorhanden Körben den Müll heraus und suchen Futter. Der umherfliegende Müll sorgt natürlich für Ärger“, betont Claus.

Darüber hinaus kann vom Computer oder auch vom Handy die Füllstandsanzeige abgerufen oder eine Nutzungshistorie erstellt werden.

Der erste Solar-Papierkorb wurde nun am Bahnhof aufgestellt. „Gerade hier erreichen uns zahlreiche Beschwerden", unterstreicht Claus.  Hier sind in Abstimmung mit der Deutschen Bahn zahlreiche Maßnahmen verabredet, mit der Aufstellung des Mülleimers soll sozusagen ein Zeichen gesetzt werden. Die weiteren Müllsysteme werden sukzessive im Stadtgebiet aufgestellt. „Sobald es die Witterung zulässt werden wir am Neuen Markt, auf dem Sebastian-Münster-Platz, am Marktplatz Ober-Ingelheim und an der Hafenmole die Mülleimer installieren“, so Claus. Allerdings appelliert er auch an die Bürgerinnen und Bürger, den Müll nicht achtlos wegzuwerfen. Zahlreiche weitere Mülleimer im gesamten Stadtgebiet können mit Müll gefüllt werden. Größere Mengen an Abfall können auch beim Wertstoffhof in Ingelheim abgegeben werden. „Es gibt keinen Grund, Sperrmüll in die Landschaft zu werfen“, betont Claus, der auch hier auf die zahlreichen Beschwerden im Bürgerecho verweist.

Natürlich und da ist sich der Oberbürgermeister sicher, können die Mülleimer nicht nur die Lösung für die Wegwerfmentalität sein. Das Konzept für eine saubere Stadt sieht auch pädagogische Maßnahmen vor. So soll es eine Müllerziehung in den Kindertagesstätten und Ingelheimer Schulen geben. Auch der Dreck-Weg-Tag soll ein Teil der Kampagne werden.