2. Ingelheimer Fahrrradforum tagte

Zahlreiche Besucher waren der öffentlichen Einladung zum 2. Ingelheimer Fahrradforum des städtischen Fahrradbeauftragten Erich Dahlheimers gefolgt. Oberbürgermeister Ralf Claus lobte in seinen Eröffnungsworten die Initiative Dahlheimers, das Forum ins Leben gerufen zu haben. „Fahrradfahren hat in Ingelheim einen besonderen Stellenwert. Ich begrüße es, dass es gelungen ist, mit diesem Forum ein Netzwerk zu bilden, in dem das Thema Radfahren in einem anderen Kreis besprochen werden kann. Wichtig ist natürlich hierbei, dass wir unsere neuen Stadtteile Heidesheim und Wackernheim frühzeitig mit einbinden, was uns mit dem zweiten Forum gelungen ist.“, so Ralf Claus.

Anders als im vergangenen Jahr stand in diesem Jahr eine öffentliche Diskussion im Mittelpunkt des Forums. Moderiert wurde diese von Wolfgang Bärnwick, Beigeordneter der Stadt Ingelheim. Im Fokus die Frage: „Fahrradfahrer – Täter oder Opfer“. Rede und Antwort standen Personen, die täglich mit dem Thema Radfahren konfrontiert sind oder sich für diesen in seiner Kommune einsetzen. Im Podium waren Enno Reidenbach und Michael Petermann von der Polizeiinspektion Ingelheim, Bernd Velten, Leiter des städtischen Ordnungsamtes, Carola Meertens, 1. Beigeordnete der Verbandsgemeinde Heidesheim, Hermann Schön, Fahrradbeauftragter der Verbandsgemeinde Gau-Algesheim und Erich Dahlheimer. Aus Sicht der Polizei stellte Enno Reidenbach einen Jahresbericht vor und fasste zusammen, dass es im vergangenen Jahr 55 Verkehrsunfälle mit Beteiligung von Radfahrern gab. Bei 29 Unfällen war der Radfahrer der Hauptunfallverursacher. Michael Petermann berichtete von seiner Arbeit im Rahmen der Jugendverkehrsschule, die jährlich bei den Dritt- und Viertklässlern durchgeführt wird. Hier werden die Schüler auf die Gefahren im Straßenverkehr vorbereitet und legen am Ende eine Prüfung ab. Aber Petermann berichtete auch, dass jährlich Kinder zu ihm kommen, die noch nicht mal auf zwei Rädern fahren können, was er sehr bedauere. Hier appellierte er an die Eltern, sich die Zeit zu nehmen und den Kindern das Radfahren beizubringen. Der Fahrradbeauftragte von Gau-Algesheim Herrmann Schön stellte fest, dass die Gemeinde dem Rad wohlgesonnen sei und er aktuell nur die Ortsdurchfahrt im Bereich der Eisenbahnbrücke zu beanstanden hätte. Bernd Velten sprach aus der Sicht der Verwaltung von der Zusammenarbeit mit Radfahrern und Verwaltung. Er berichtete, dass in monatlichen Gesprächsrunden mit dem Fahrradbeauftragten die Bürgeranliegen diskutiert und teilweise auch umgesetzt werden. Carola Meertens, erste Beigeordnete der Verbandsgemeinde Heidesheim, verriet, dass viele Strecken für Radfahrer Gefahrenstellen mit sich bringen. „Gerade im Ortskern der Gemeinden ist es so eng, so dass man hier mehrmals den Atem anhalten muss", berichtet Meertens. Ihr Wunsch an diesem Abend war, dass im Rahmen der Fusion, die Planungen den Heidesheimer und Wackernheimer Ortskern mit einbinden und hierbei noch fehlende Fahrradwege ausgebaut werden.

Im Anschluss gab es die Möglichkeit aus dem Publikum Fragen an das Podium zu stellen. Hier wurde der Wunsch geäußert, dass in der Innenstadt häufiger Fahrradkontrollen stattfinden sollen, denn häufig sind es die Radfahrer, die zu schnell oder mit nicht für den Straßenverkehr zugelassenen Fahrrädern sind. Dies bestätigte Enno Reidenbach, der jüngst auch einen Vorfall in der Innenstadt beobachtet hatte.

Zum Abschluss wurde einstimmig an alle Beteiligten auf gegenseitige Rücksichtnahme appelliert.