Sportentwicklungskonzept wird auf den Weg gebracht

Stadion Blumengarten, Fussball, SpVgg Ingelheim

Stadion Blumengarten, Foto: Stadt Ingelheim

Das Institut für Sportstättenentwicklung „ISE“ an der Europäischen Akademie des rheinland-pfälzischen Sports, führt im Auftrag der Stadtverwaltung Ingelheim und des Stadtsportverbandes eine Sportentwicklungsstudie durch. So wurde es in der jüngsten Sitzung des Sportausschusses abschließend beschlossen. Der Haupt- und Finanzausschuss hatte bereits grünes Licht gegeben.

Ziel der Untersuchung soll es sein, den Ingelheimer Bürgerinnen und Bürger einschließlich der Bürger aus Heidesheim und Wackernheim über den jetzigen Ist-Zustand hinaus ein sportliches Angebot zu erstellen, das den modernen Bedürfnissen von sportlicher Bewegung und motivierender Fitness zur Gesunderhaltung und Wohlbefinden mit den dazugehörigen attraktiven Sportstätten sowie Bewegungsräumen entspricht.

Das Sportentwicklungskonzept untersucht das tatsächliche Sport- und Bewegungsverhalten der 38.000 Einwohner, die Struktur und die Ausrichtung der Sportvereine, betrachtet aber auch die Belange des Schulsports. Dieses Konzept analysiert gezielt die Bedarfe aller Altersgruppen und Bevölkerungsteile. „Im Besonderen werden die Bewegungsräume im Freien in den Blick genommen. Ist der Trend „Sport im Park“ beispielsweise interessant für Ingelheim?“ so Stefan Henn, Koordinator des Institutes „ISE“.
„Uns ist es wichtig, die sportlichen Bedarfe herauszuarbeiten, um danach auf die Sportstätten schauen zu können. Wie nutzt die Gesellschaft heute und auch in Zukunft die Sportstätten? Wie müssen wir uns langfristig aufstellen? Was muss neu organisiert und gegebenenfalls umorganisiert werden auch in Hinblick auf den demographischen Wandel? Gibt es Mehrbedarf an Flächen und welche Art an Mehrbedarf gibt es?“, erläutert Bürgermeisterin Eveline Breyer die Ziele des Konzeptes.
Es werden im ersten Schritt eine Bedarfs- und Entwicklungsanalyse mit Hilfe von Bevölkerungs-, Vereinsbefragung und Experten-Interviews durchgeführt. Der Fragebogen wird auf die Stadt Ingelheim konzipiert sein und die wichtigen Schwerpunkte eingearbeitet werden.

Danach erfolgt die Ist-Standanalyse des Sportstättenangebots. Es wird ein Standortprofil erstellt und die Sportstätteninfrastruktur erfasst. „Hierbei sollen alle Sportstätten, unabhängig der Trägerschaft, aufgelistet werden“, erläutert Henn. Die Dokumentenanalyse untersucht sportentwicklungsrelevante Dokumente wie beispielsweises Haushaltspläne, Schulentwicklungskonzepte und Stadtplanungsmodelle. Die Ergebnisse werden danach in einem Konzept zusammengefasst und Handlungsempfehlungen zur weiteren Sportentwicklung in der Stadt Ingelheim formuliert. „Der Prozess wird begleitet durch Sportgespräche. Es werden verschiedene thematische Veranstaltungen durch die ISE mit Fachreferaten und Informationen rund um den Prozess organisiert“, erklärt Henn. „Auch werden die lokalen und regionalen Medien für die Befragung genutzt um einen möglichst hohen Rücklauf und damit aussagekräftige Ergebnisse zu erzielen.“
Oberbürgermeister Ralf Claus hebt im Zusammenhang mit dem Sportentwicklungsplan die Bedeutung der Sport- und Gesundheitsangebote für die Attraktivität einer Stadt hervor. „Ein breitgefächertes Sportangebot steigert nicht nur die Freizeitqualität einer Stadt sondern ist zugleich ein wichtiger Standortfaktor“, so Claus. Um dies in der Zukunft auch weiterhin auf hohem Niveau zu gewährleisten brauche man die Vereine aber auch entsprechende Rahmenbedingungen.
Für den Stadtsportverband sollen bei der Studie drei Punkte in den Fokus gestellt werden: „Zum einen soll der Sport der Gesunderhaltung dienen. Mit einfachen Mitteln, sollen Menschen zur Bewegung gebracht werden“, stellt Stadtsportverbandsvorsitzender Stefan Lorbeer klar. Zum anderen ist es dem Stadtsportverband wichtig, aufzuzeigen, welche Veränderungen es gibt. Die Fluktuation in den Sportvereinen von rund 10 Prozent sei da. Vereine stehen zunehmend in Konkurrenz mit kommerziellen Anbietern. Die Bedürfnisse der Sporttreibenden habe sich zudem massiv geändert und da gilt es auf die wandelnde Sportlandschaft zu schauen. „Vereinsmitglied zu sein bedeutet eben nicht nur Sport zu treiben, sondern auch außerhalb des Sports Verantwortung zu übernehmen“, so Lorbeer. Die Studie soll diese Entwicklung näher betrachten und mögliche Handlungsempfehlungen herausstellen. Das Thema „Teilhabe“ ist ein weiterer Aspekt der aus den Reihen der Fraktionen als Ziel des Konzeptes näher betrachtet werden sollte. Es sei das gemeinsame Ziel, die Gesellschaft zusammenzubringen. Es gehe nicht nur um den Sport, sondern auch um soziale Aspekte. Der wesentliche Faktor Teilhabe solle in der Befragung ausreichend eingearbeitet werden.
Zudem wurde angemerkt, dass die Handlungsempfehlungen als Diskussionsgrundlage in den Gremien dienen und daher diese sehr ausführlich sowie auch mit innovativen, mutigen Vorschlägen basierend auf einer fundierten Grundlage, formuliert werden sollen. Dies setzt natürlich eine sehr detaillierte Befragung und objektive Betrachtung voraus.
Die effektive Zusammenarbeit, die zwischen Schulen und Vereinen in Ingelheim herrschte und herrscht ist ein weiterer Schwerpunkt, der in der Befragung und späteren Analyse herausgearbeitet werden sollte, so der Wunsch aus den Reihen der Fraktionen.
„Uns ist es wirklich daran gelegen, dass unsere zukünftigen Investitionen auf einer Grundlage aufgebaut sind, die auch nachhaltig sind“, betont Eveline Breyer.
Die Studie des Trierer Instituts wird in diesem Herbst beginnen und rund ein Jahr dauern. Das gesamte Paket Sportentwicklungskonzept wird 18.564 Euro kosten.