Museum bei der Kaiserpfalz gestaltet großes Rahmenprogramm für europäischen Wettbewerb

Bild: Das Museum bei der Kaiserpfalz gestaltete das Begleitprogramm. Foto: Stadtverwaltung/MbdK

Am Montag, 11.6.2018, war das WBZ in Ingelheim Austragungsort für eine große Preisverleihung eines Schülerwettbewerbs. Das Rahmenprogramm für 256 Teilnehmer von 63 rheinland-pfälzischen Schulen gestaltete das Museum bei der Kaiserpfalz.

Der 65. Europäische Wettbewerb widmete sich im Europäischen Kulturerbejahr 2018 dem Thema: „Denk mal – worauf baut Europa?“. Er ist einer der ältesten Schülerwettbewerbe, bei dem sich Schülerinnen und Schüler aller Altersstufen und Schulformen kreativ mit aktuellen europäischen Themen auseinandersetzen. Der Träger, die „Europäische Bewegung Deutschland“, ist das größte Netzwerk für Europapolitik in Deutschland mit 244 Mitgliedsorganisationen aus Gesellschaft und Wirtschaft. Hierzulande ist der Europäische Wettbewerb fest etabliert und jedes Jahr nehmen über 80.000 Schüler daran teil. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung, das Auswärtige Amt, die Kultusministerkonferenz, die Bundeskanzlerin und der Bundespräsident unterstützen ihn als Instrument der europapolitischen Schulbildung.

Bei der diesjährigen Preisverleihung der rheinland-pfälzischen Teilnehmer fand zwischen Begrüßung – in Vertretung des Oberbürgermeisters Ralf Claus begrüßte Beigeordneter Wolfgang Bärnwick die zahlreichen Gäste - und Feierstunde ein attraktives Rahmenprogramm in und rund um das Museum bei der Kaiserpfalz statt – eine anspruchsvolle Aufgabe für Dr. Ingeborg Domes, Leiterin der Museumspädagogik, und ihr Team. Schließlich galt es, in nur anderthalb Stunden 256 Personen fachlich zu betreuen und ihnen mit dem übergeordneten Thema „Die Kaiserpfalz in Ingelheim – fast wie ein römischer Palast“ einen Einblick in den karolingischen Teil unserer Stadtgeschichte zu gewähren.
Für den reibungslosen Ablauf wurden 11 Gruppen zu je etwa 20 Personen gebildet, die nach den verschiedenen Altersstufen gegliedert waren. Hinzu kam der eng getaktete Zeitplan, der minutiös eingehalten werden musste.

Einige Gästeführer der Stadt Ingelheim sowie die Mitarbeiterinnen der Museumspädagogik führten die Schüler*innen vom Grundschulalter bis zur Oberstufe, in Begleitung ihrer Eltern und Lehrer. Tatkräftig unterstützt wurden sie vom Stadtarchiv durch Leiterin Nadine Gerhard und Peggy Meenzen, die Mittel- und Oberstufenschülern „Das historische Gedächtnis Ingelheims“ näherbrachten. Die Archäologen Matylda Gierszewska-Noszczyńska und Piotr Noszczynsksowie, Mitarbeiter der Forschungsstelle Kaiserpfalz Ingelheim, gewährten mit ihrer Führung „Aus der Erde geborgen“ Einblicke in eine aktuelle Grabung.
Gästeführer Hartmut Geißler bearbeitete mit Schülern der Unter- bis Oberstufe das Thema „Der Garten Karls des Großen und das “Capitulare de Villis”“. Andere Teilnehmer dieser Altersgruppe erfuhren bei der Themenführung „Theophanu“ von Gästeführerin Dr. Nicole Nieraad-Schalke allerhand Wissenswertes über eine byzantinische Kaiserin in Ingelheim. Irene Ahl und Dr. Klaus-Peter Wörns, ebenfalls Ingelheimer Gästeführer, widmeten sich in ihrer Führung „Ein Rotbart verändert die Kaiserpfalz“ dem Hochmittelalter mit seinen Burgen, Rittern und Edeldamen. „Kennst du Karl den Großen?“, fragten Josy Berg und Evelyn Emmerling die Teilnehmer im Grundschulalter. Die beiden Gästeführerinnen hatten dabei die Person des Kaisers im Fokus und betreuten ihre Gruppe in der Aula Regia. Dr. Isabel Kappesser, Mitarbeiterin der Museumspädagogik, beschäftigte sich am Grubenhaus in der Ottonenstraße mit dem mittelalterlichen Leben in „Palast und Hütte“ und betreute Schüler*innen der Unter- bis Mittelstufe.

Für die jüngeren Preisträger ging es direkt in die Museumsräume. Dort besprach Gästeführerin Nadja Glässel-Roučka die Details zu „Des Kaisers Krone“, während Museumsmitarbeiterin Caroline Dörr mit ihrer Gruppe „Dem Kaiser in den Geldsäckel geschaut“ hat. „Warum Franziska keine Fibeln trägt“ – diesem Geheimnis kam schließlich Miriam Maslowski, Mitarbeiterin des museumspädagogischen Teams, auf die Spur. Um 12 Uhr ging es für alle zurück zum WBZ. Nach einem Mittagsimbiss begann die Feierstunde, bei der 50 Preise an die jugendlichen Gewinner übergeben konnten.

Alle Führungen wurden sehr lebendig und mit viel Anschauungsmaterial gestaltet. So wundert es nicht, dass ein junger Teilnehmer am Ende am liebsten noch eine andere Führung besucht hätte … Insgesamt war es eine rundum gelungene Veranstaltung und mit Sicherheit eine sehr schöne Werbung für die Sehenswürdigkeiten unserer Stadt.