Ausflug in den Ingelheimer Stadtwald

Eine Waldbegehung im Winter, das war der Wunsch von den Mitgliedern des Stadtrates und Werksausschusses Stadtwald. Und, als könnte Revierförster Florian Diehl zaubern, erwartete die Besucher eine Winterlandschaft im Ingelheimer Stadtwald. Oberbürgermeister Ralf Claus freute sich, dass es nach zwei Jahren Pause gelungen ist, wieder eine Begehung anbieten zu können und übergab das Wort an den Revierförster Florian Diehl. Rund sechs Kilometer lagen vor den 35 Teilnehmern. An vier Stationen konnten sich die Ratsmitglieder einen Überblick über den Wald verschaffen.

Die erste Station war ein möglicher Standort für einen geplanten Löschwasserteich. Diehl berichtete, dass ein hier fließender Bach in den letzten zwei Jahren zwei extreme Witterungsverhältnisse miterlebt hat. Vor drei Jahren verzeichnete man im Stadtwald rund 200 mm Niederschlag pro Quadratmeter innerhalb von acht Wochen. Ergebnis war, dass der Bach in der Rheinböller Hütte für Überschwemmungen sorgte. Der vergangene Sommer brachte kaum Niederschläge, sodass der Bach kurz davor war auszutrocknen. Diehl bekräftigte hier seine Sorge, dass er gerade bei solchen Witterungsverhältnissen nicht wisse, wie man zum einen die Rheinböller Hütte vor Überschwemmungen schützen beziehungsweise bei einem eventuellen Brand löschen könnte, wenn kein Wasser vorhanden ist. Aus diesem Grund plant der Stadtwald hier einen Löschteich mit gleichzeitiger Wasserrückhaltefunktion zu errichten. Ein Kostenrahmen von rund 30.000 Euro wurde genannt, eine genaue Planung soll in einer der nächsten Sitzungen des Werkausschusses vorgestellt werden. Weiter ging es durch den Schnee zur zweiten Station, einer Windwurffläche aus dem Jahr 1990. Hier zeigten Diehl und sein Mitarbeiter Thomas Röth auf, dass die Birke, welche vorwiegend in dem Bereich vorhanden ist, die anderen Baumarten verdrängt. Um dem entgegenzuwirken werden derzeit Birken gefällt und eine Walderschließung mit Rückegassen angelegt.

Weiter ging es auf dem Eichhörnchenwanderweg zu einer Informationstafel des Vereins für Vogelschutz und Vogelpflege Ingelheims und Umgebung. Der Revierförster betonte, wie wichtig es ihm sei, dass die Ingelheimerinnen und Ingelheimer sich mit dem eigenen Wald identifizieren und beschäftigen. So hat der Verein Nisthöhlen gesäubert und ausgewertet, die von den Vögeln als Nistmöglichkeiten genutzt wurden.

Der Rückweg führte vorbei an einer Fläche, die 2010 großflächige Schäden durch den Sturm Xynthia aufwies. Hier berichtete Diehl, dass im Rahmen des jährlich stattfindenden Jugend-Workcamps Pflegearbeiten im Rahmen der Mischwuchsregulierung durchgeführt wurden.

Vorbei ging es am „Rheinhessenblick“, der aufgrund des aufziehenden Nebels keine Aussicht bot zurück zur Emmerichshütte.