Baumfällung im Ingelheimer Stadtgebiet

„Wenn es um Bäume geht, so geht es auch um ein hoch emotionales und sensibles Thema“, eröffnet die Beigeordnete und zuständige Grünflächendezernentin, Dr. Christiane Döll, die Pressekonferenz. Und wenn es dann darum geht, über Baumfällungen im Stadtgebiet zu sprechen, wird es umso emotionaler. „Denn die Bäume tragen nicht nur zum guten Stadtklima bei, sie sorgen auch für unser Wohlbefinden.“
Allerdings bleibt es nicht aus, auch aus Gründen der Verkehrssicherungspflicht, kranke Bäume im Stadtgebiet zu fällen. So sieht sich die Grünflächendezernentin gemeinsam mit den zuständigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Umwelt- und Grünflächenamtes Roland Beek und Jannette Goldmann in der Pflicht, über diese umfangreichen Baumfällungsarbeiten zu informieren. Ab November diesen Jahres wird es in zahlreichen Stadtteilen zu Fällungen kommen. „Ganze 300 Bäume sind betroffen. Darunter Arten wie die Hainbuche und die Mehlbeere“, erläutert Jannette Goldmann.
Dies hat mehrere Gründe: Zum einen haben die heißen Sommer der vergangenen Jahre den Bäumen stark zugesetzt. Die große Trockenheit der letzten Jahre konnte auch durch das feuchtere Jahr 2021 nicht ausgeglichen werden und macht vielen Bäumen zu schaffen, deren Wasserreservoirs nicht ausreichend aufgefüllt sind. Zudem leiden viele Bäume an Sonnenbrand, der Stammschäden verursacht und somit das Eindringen von Pilzen erleichtert.
„Daher müssen leider in diesem Herbst überdurchschnittlich viele Bäume gefällt werden“, so Goldmann.
Hauptsächlich betrifft es Bäume im sogenannten „Baumscheiben-Begleitgrün“ direkt an den Straßenrändern. Vorallem werden in den Bereichen an der Ost-West-Umfahrung, Griesmühle, Ottonenstraße und am Friedhof in Frei-Weinheim zahlreiche Bäume entfernt.
Doch es kommt nicht nur zu Fällungen. „Unsere Aufgabe wird es sein, nach der Beseitigung der kranken Bäume für entsprechenden Nachschub zu sorgen und Bäume auszuwählen, die das städtische Klima besser vertragen“, so die Beigeordnete.
Es finden auch umfangreiche Neupflanzungen statt. Das Umwelt- und Grünflächenamt unternimmt einiges, um dem Zielkonflikt „Straßenbau und Verdichtung sowie mehr Grün in der Stadt“ gerecht zu werden. So werden zum einen Baumarten ausgesucht, die klimaresilient sind, zum anderen wird bei den Straßensanierungen wie beispielsweise aktuell in der Selztalstraße darauf geachtet, dass die sogenannten Baumscheiben, ein Fassungsvermögen von mindestens 12 Kubikmeter pro Baum aufweisen. „Wir sind in alle Straßenplanungen mit eingebunden und schauen darauf, wo eine Bepflanzung gut möglich ist. Die Beete werden so angelegt, dass das Regenwasser von den Straßen und Plätzen nicht mehr direkt in die Kanalisation fließt, sondern in den Beeten versickern kann. Dort wo eben das Wasser hingehört“, informiert Roland Beek, Leiter des Umwelt- und Grünflächenamtes. Ein Beispiel dafür ist die neue Bepflanzung in der Gartenfeldstraße mit abgeflachten und auch längeren Beeten. Eine möglichst breite Artendurchmischung an Neupflanzungen ist in den kommenden Jahren vorgesehen. So werden Arten wie beispielsweise Spitzahorn und deren Sortenvielfalt, Gleditschie, Schnurbaum, Hopfenbuche oder Eichen gepflanzt. „Es gibt nur noch wenige einheimische Arten, die sich dem städtischen Klima und den Gegebenheiten gut anpassen können, aber es gibt Alternativen“, stimmt Beek zuversichtlich. Es gilt nun zu versuchen, die 300 verlorenen Bäume über die Jahre schrittweise zu ersetzen und gleichzeitig die Standortbedingungen zu verbessern. „Wir wollen nicht Masse pflanzen sondern Bäume die eine Chance haben alt zu werden,“ fasst Goldmann zusammen.