Digitale Führung: fünf außergewöhnliche Kaiserinnen des Mittelalters

Bild: Otto II. und seine Gemahlin Theophanu, von Christus gekrönt und gesegnet. Elfenbeinrelief, um 982, Paris © akg-images.


Die Forschungsstelle Kaiserpfalz der Stadt Ingelheim und das Museum bei der Kaiserpfalz reagieren mit einer besonderen Kooperation auf die coronabedingten Beschränkungen: Ab Dienstag, 13. April stellt die Historikern Miriam Maslowski (Museum bei der Kaiserpfalz) in einer digitalen Führung auf YouTube eine Reihe herausragender Frauenpersönlichkeiten des Hochmittelalters vor: Sie alle waren Herrscherinnen, die über eine erstaunliche Machtfülle verfügten und für eine gewisse Zeit sogar die Geschicke des Heiligen Römischen Reiches lenkten. Alle fünf Kaiserinnen haben sich außerdem nachweislich in der Kaiserpfalz in Ingelheim aufgehalten. Adelheid, Theophanu und Kunigunde als Kaiserinnen der Ottonen; Gisela und Agnes als Kaiserinnen der Salier. Sie alle wurden zu „Säulen der Macht“ ihrer jeweiligen Dynastie.

Ursprünglich sollten die Führungen im Saalgebiet stattfinden. Dort wird das Leben und Wirken der „Ingelheimer Kaiserinnen“ auf sechs Stelen am Heidesheimer Tor im Rahmen der Präsentation „Säulen der Macht“ vorgestellt. Da Führungen pandemiebedingt voraussichtlich erst wieder ab Mai 2021 stattfinden können, haben Forschungsstelle und Museum in Zusammenarbeit mit dem medienatelier Darmstadt eine „digitale Führung“ produziert. Sie besteht aus sechs Videoclips, die man bei YouTube auf dem Kanal des Medienateliers einzeln anwählen kann. Links zu den Videos finden Interessierte auf www.kaiserpfalz-ingelheim.de, www.saeulen-der-macht-ingelheim.de, www.museum-ingelheim.de und auf der Facebook-Seite der Forschungsstelle.

Alle Herrscherinnen kamen aus einflussreichen und wohlhabenden Familien, was ihren Ehen politisches Gewicht verlieh. In einigen Fällen machten sie das Kaisertum ihrer Ehemänner sogar erst möglich. Die gebildeten Herrscherinnen nahmen auch aktiv politischen Einfluss, indem sie ihre Gatten berieten, auf Reisen begleiteten, diplomatische Verhandlungen führten und Kirchen und Klöster förderten. Die Grundlage hierfür ist ihre Position als consors regni, einer aus der Antike stammenden Formel, die übersetzt „Teilhaberin an der Herrschaft“ bedeutet. Die Ingelheimer Kaiserpfalz diente ihnen als wichtiger Stützpunkt.