Kaiserpfalz-Exponate kehren nach Ingelheim zurück - Ausstellungsende „Bewegte Zeiten. Archäologie in Deutschland“

Modell der Kaiserpfalz. Foto: Stadt/May


Die Ausstellung „Bewegte Zeiten. Archäologie in Deutschland“ im Berliner Martin-Gropius-Bau ging im Januar mit einem Besucherrekord zu Ende. 120.000 Gäste sahen die wichtigsten Entdeckungen aller 16 Landesarchäologien der Bundesrepublik Deutschland aus den vergangenen zehn Jahren. Mit über 400 Führungen und dem mit 8000 Exemplaren schnell vergriffenen Katalog war die Veranstaltung ein großer Erfolg. Aus der Kaiserpfalz Ingelheim waren herausragende frühmittelalterliche Funde wie der Goldsolidus, Bauskulptur und das aktuelle Rekonstruktionsmodell zu sehen. Nun sind sie wieder zurückgekehrt.

Das Interesse der Berliner Ausstellungsmacher galt insbesondere dem innovativen Bauprogramm der Pfalz Karls des Großen, in dem alte Bautechniken der römischen Antike wiederverwendet und zu einem noch nie dagewesenen Großbau mit Säulenhöfen, Palastaula und Fernwasserleitung weiterentwickelt worden sind.

„Alles gut bei Ihnen angekommen?“ fragten vor wenigen Tagen die Berliner Kuratoren in Ingelheim nach. Die Kolleginnen in der Forschungsstelle Kaiserpfalz konnten dies bestätigen. Aber die Objekte werden bereits für die nächsten Ausstellungen vorbereitet: Am 18. August eröffnet die Sonderausstellung „Der charismatische Ort“ im Kunstforum Ingelheim − Altes Rathaus, 2020 folgt die große Landesausstellung „Die Kaiser und die Säulen ihrer Macht“ in Mainz.

Für die Forschungsstelle sind es Glücksfälle, wenn in den großen Ausstellungen die Funde gezeigt werden können, die die Archäologen von der „Spatenforschung“ laufend aus dem geschichtsträchtigen Ingelheimer Boden hervorholen. Die Grabungskampagne 2019 hat längst begonnen. Einen Schwerpunkt bilden die Bauvorhaben nördlich der Wilhelm-von-Erlanger-Straße zwischen Langenberg und dem Jugend- und Kulturzentrum „Yellow“.