Mehrgenerationenhaus feiert zehnjährige Bestehen

Fotos: Stadt/bs


Landrätin Dorothea Schäfer im Interview mit Nicolle Kügler


Irene Alt lässt Revue passieren.


Prof. Dr. Marbod Muff und OB Ralf Claus.


v.l. Ilse Schild (VdK), Rolf Barnikow (gibt Kurse für Fotobearbeitung), Simone Schirmer (Pflegestützpunkt), Andreas Möritz (Fahrradwerkstatt, Repaircafé), Susanne Behne (Elternkreis Autismus), Nicolle Kügler (Moderation)


Die Einladung zur akademischen Feier zog so viele Leute an, dass keine Briefmarke mehr in den Foyerbereich passte. Politiker aller Couleurs, Ehrenamtlich Tätige und langjährige Besucher wollten die Geschichte des Mehrgenerationenhaus noch einmal miterleben. In von Nicolle Kügler moderierten Fragen wurden unterschiedliche „Zeitzeugen“ nach ihren Erlebnissen zum Mehrgenerationenhaus befragt. So erläuterte Oberbürgermeister Ralf Claus, damals zuständiger Dezernent, die Anfänge, wie in anderen Städten Mehrgenerationenhäuser besucht wurden und dass man keine wirkliche Vorstellung davon hatte, was aus diesem Haus einmal werden solle. Doch das Gebäude wurde schnell der „überdachte Dorfplatz“, wie viele ehrenamtlich Tätigen es liebevoll nennen. Innerhalb sehr kurzer Zeit etablierten sich nicht nur Institutionen wie der Pflegestützpunkt oder der VdK, sondern etliche Ehrenamtsinitiativen, vom Nachbarschaftsgarten, zum Repair-Café, von den Heinzelmännchen zur Fahrradwerkstatt. 180 ehrenamtlich Tätige sprechen für sich. Es wird gelehrt und gelernt, es gibt Selbsthilfegruppen und manchmal wird einfach nur im Café gesessen und nett erzählt.

Dass sich das Haus so schnell so vielfältig und durch alle Generationen hinweg präsentiert, ist auch ein Grund, warum der Pate, Prof. Dr. Marbod Muff sich noch nicht zurückziehen will, sondern solange es ihm möglich sei, das Mehrgenerationenhaus zu begleiten.

Aus verschiedenen Bereichen wurden Menschen, die dem Mehrgenerationenhaus verbunden sind, auf die Bühne geholt und ihre Geschichten erfragt. So erfährt das Publikum, dass Cornelia Peters beispielsweise ihren Ruhestand nicht auf dem Sofa verbringen wollte, sondern sich aktiv beteiligen wollte und im Mehrgenerationenhaus eine Heimat gefunden hat. „Den Menschen, die mitarbeiten wollten, wurde es nicht schwer gemacht. Wenn sie eine Idee hatten, wurden alle Hebel in Bewegung gesetzt, um sie zu realisieren“ meinte nicht nur Cornelia Peters. Leidenschaftlich plädoyierte Susanne Behne vom Elternkreis Autismus für das Haus, das einen nicht nur gut aufnehme, sondern sogar adoptiere.

Den Abschluß machte Bürgermeisterin Eveline Breyer als aktuelle zuständige Dezernentin, die das Projekt Mehrgenerationenhaus als Vorbild für andere Institutionen sieht, gerade im Hinblick auf den demografischen Wandel.