MGH - aktiv in Corona-Zeit

Mehrgenerationenhaus Ingelheim, Foto: Stadt Ingelheim


„Auch während der offiziellen Schließung war das MGH Team mit seinen vielen ehrenamtlichen Mitarbeitern immer aktiv. Ging es anfangs vorrangig darum die Nachbarschaftshilfe zu organisieren, so wird jetzt die schrittweise Öffnung des Hauses geplant, was aufgrund der geltenden Hygieneregeln nicht einfach ist. Dafür danke ich allen ehren- und hauptamtlichen Aktiven im MGH sehr“, erklärt Bürgermeisterin und Familiendezernentin Eveline Breyer.

Dass die Herausforderungen sehr gut gemeistert wurden, zeigt sich auch an der Zwischenbilanz: Das MGH wurde mit über 100 Gemeinden bundesweit zum Corona-Call-Center, um mit einer eigens dafür eingerichteten Datenbank die Nachbarschaftshilfe zu koordinieren. Die Hilfsbereitschaft der Ingelheimer ist immens. Über 150 Helfer meldeten sich zusätzlich zu den schon lange aktiven Heinzelmännchen es MGH, um spontan zu unterstützen. Besonders gefragt bei den Hilfesuchenden sind Einkaufshilfen oder Unterstützung bei Botengängen. Auch die persönlichen Gespräche per Telefon werden ausgiebig genutzt, erleichtern das Leben zuhause und helfen gegen die Einsamkeit. Fremde wurden zu guten Bekannten und haben ein offenes Ohr. Besonders die älteren Menschen hatten Fragen zu den Lockerungen der Maßnahmen. Was bedeutet das für sie persönlich? Wie können sie sicher am Leben teilnehmen? Immer wieder wurde gefragt, warum die Helfer nicht in die Wohnungen kommen können. Bei Problemen mit wichtigen Begleitern wie Fernseher, Computer oder Smartphone konnte jedoch immer eine Lösung gefunden werden. Gemeinsam mit dem MGH, der Katholische Kirche Ingelheim und dem MütZe nähten viele Helfer unzählige Mehrweg Mund und Nasen Masken. Weit über 3000 Stück wurden dem MGH gespendet und an Ingelheimer verteilt.

Die freiwilligen Mitarbeiter der Fahrrad- und Computerwerkstatt, ebenso des Repaircafés nutzen die heimischen Gärten und Keller, um weiterhin aktiv zu sein. Der Nachbarschaftsgarten konnte unter Einhaltung der Hygieneregeln regelmäßig gepflegt werden.

In Zusammenarbeit mit der Tafel, dem Brotkorb der Caritas und dem Foodsharing-Verein Ingelheim werden leistungsberechtigte Ingelheimer, die nicht selbst in der Lage sind die Einrichtung zu besuchen durch einen Lieferservice mit Lebensmitteltüten versorgt. So finden auch viele Bücher- und Kreuzworträtselspenden erfreute Abnehmer.

Die soziale Isolation vieler Ingelheimer stellt das größte Problem dar, denn nicht jeder kann auf Verwandte oder Freunde zählen. Gemeinsam mit dem Seniorenbüro, Pflegestützpunkt und dem Sozialamt wurde ermittelt, wo der Bedarf am größten ist. Schon zu Ostern erfreuten kleine selbstgebastelte, gespendete Präsente die Nutzer von Essen auf Rädern und die Bewohner von Altenpflegeheimen. Mit der Aktion „Herzensgrüße“ wurden in den letzten Wochen fast 2000 Päckchen nach dem Zufallsprinzip in allen Ingelheimer Stadtteilen mit tatkräftiger Unterstützung von Freiwilligen verteilt. In diesen waren kleine Kreativsets zum Selbstgestalten oder Weiterverschenken oder aufmunternde Botschaften verpackt. Ein schöner Gruß in einer Zeit, in der persönliche Kontakte und Unternehmungen eingeschränkt oder gar nicht möglich waren. Die Mitarbeiter des MGH hielten während der gesamten Zeit telefonischen Kontakt zu ihren Nutzern und Gästen. Sie waren für Sorgen und Ängste ein Gesprächspartner und informierten über die Angebote des MGH.

Die Homepage wurde an die geänderten Bedingungen angepasst. So findet man dort auch weiterhin Online-Angebote aus Ingelheim und Umgebung, nette Anregungen, Informationen zu Corona und vieles mehr. Mit „Kunst in Corona Zeiten“ wurde eine Plattform für kleine und große Profi- und Hobbykünstler geschaffen. Ausstellungen, die sonst im Haus stattgefunden hätten, können online besucht werden. Der digitale Schaukasten gibt Inspirationen für das Leben in der Corona Krise und wird mit Beiträgen von freiwilligen Helfern gestaltet. Zurzeit finden auch wieder erste Angebote im Café, einzelne Fitnessangebote im Außengelände und Beratungen statt. Das MGH arbeitet intensiv daran, möglichst vielen Nutzern unter den gegebenen Bedingungen zu ermöglichen, sich wieder im MGH zu treffen.