Mirko Gauer - Neuer Wehrleiter der Freiwilligen Feuerwehr

Im gleichen Atemzug, als Hans Peter Stoffel aus Altersgründen aus dem aktiven Feuerwehrdienst verabschiedet und als Wehrleiter entpflichtet wurde, fand die Ernennung des neuen Wehrleiters der Freiwilligen Feuerwehr Ingelheim am Rhein statt. Der 44-jährige Mirko Gauer, seinerzeit Stellvertreter, übernahm am 21. Januar die Führung der Wehr. Das Thema Feuerwehr begleitet den gebürtigen Hunsrücker schon seit Kindstagen. Sowohl Mutter als auch Vater waren bei der Feuerwehr im Heimatort Stipshausen aktiv. Seine Mutter gründete sogar eine Frauenfeuerwehr im Ort. Somit war das Interesse geweckt. Mit 16 Jahren schloss er sich der örtlichen Freiwilligen Feuerwehr an. Beruflich begann Gauer nach der Schule eine Lehre als Maurer. Erst mit Mitte 20 entschloss er sich seinem Interesse zu folgen und schlug eine komplett neue Laufbahn ein. Bei der Flughafenfeuerwehr Frankfurt Hahn absolvierte er eine Ausbildung zum Feuerwehrmann. Zeitgleich war er noch ehrenamtlicher Wehrleiter der Verbandgemeinde Rhaunen. „Hier lernte ich die Unterschiede der Freiwilligen und der Hauptberuflichen Feuerwehr kennen“, betont Gauer. Und gerade dieses Wissen wird geschätzt bei seinem jetzigen Team.

2012 folgte Mirko Gauer seiner Liebe und zog nach Ingelheim. „Ich fuhr zum Schichtdienst zum Hahn und war auch immer noch in Rhauen aktiv“, schmunzelt Gauer. Wie das alles zu schaffen war? Mit Begeisterung und der Faszination helfen zu können. Gauer gesteht, bis dahin keine Berührungen mit der Freiwilligen Feuerwehr Ingelheim am Rhein gehabt zu haben. Bis eine Stellenausschreibung in der Zeitung erschien. So begann er am 1. Januar 2013 seinen Dienst in Ingelheim und bereits 2014 wurde ihm die stellvertretende Abteilungsleitung übertragen und 2015 übernahm er die Funktion des hauptamtlichen stellvertretenden Wehrleiters. 2016 begann Gauer seine Ausbildung im gehobenen feuerwehrtechnischen Dienst an der Landesfeuerwehrschule. Im Dezember schrieb er die letzte Abschlussprüfung und Ende Januar übernahm er nun den Staffelstab von Hans Peter Stoffel.

„Seit dem Amtsantritt hat sich mein Leben um 180 Grad gewendet“, gesteht Gauer, der in seiner Freizeit gerne wandert und Fahrrad fährt. Tage mit mehr als 10 Arbeitsstunden sind keine Seltenheit. Ein hohes und umfangreiches Arbeitspensum wird abverlangt. Zahlreiche Besprechungen und Planungen, gerade am Jahresanfang füllen den Kalender. Sei es die Gefahrenabwehrplanung für die anstehenden Fastnachtsumzüge und diverse Feste, Fahrzeugbestellungen oder die ständige Optimierung des Feuerwehralltages. Zwei weitere Hauptthemen die nicht alltäglich sind, müssen auch in 2019 umgesetzt werden. So wächst die derzeit rund 90 Mitgliederzählende Wehr im Juli nach der Fusion auf das Doppelte an. Dann gilt es 180 aktive ehrenamtliche Kameradinnen und Kameraden, fünf Fördervereine, zwei Jugendfeuerwehren und eine Alters- und Ehrenabteilung zu führen. Auf die Frage, was Gauer am Wichtigsten ist, kommt gleich das Thema Ausbildung auf. Denn diese sei das A und O. „Feuer brennen anders als vor 20 Jahren. Es gibt mehr Technik, die es zu beherrschen gilt. Und hier stehe ich dafür, dass meine Mannschaft die beste Ausbildung erhält, um auf jede Gefahrenlage reagieren zu können“, bekräftigt Gauer. Sein Dank geht an den Stadtrat, der mit seinen Entscheidungen hinter der Feuerwehr steht und jederzeit unterstützt.
Zweites Hauptthema ist der Neubau der Feuerwache Am Großmarkt. Hier müssen jetzt Detailplanungen besprochen und wichtige Entscheidungen getroffen werden. Bereits Ende März soll hier der Spatenstich erfolgen.
Bernd Velten, Amtsleiter des städtischen Ordnungs- und Standesamtes, begrüßt, dass sich Mirko Gauer auf die Wehrleiterstelle beworben habe. Er verfüge über die fachliche Kompetenz und sei geeignet, ein Team zu führen. Ihm sei es auch gelungen, Anerkennung und Respekt der Mannschaft zu erreichen. Velten betont, dass Gauer sowohl die Arbeit einer hauptberuflichen als auch die einer freiwilligen Feuerwehr kenne und somit auch wisse, was ehrenamtliche Feuerwehrangehörige leisten.