Reichspogromnacht Gedenkfeier

Das Duo Kocurek. Foto: Stadt/bs


Alle Redner der Gedenkfeier. Foto: Stadt/bs


Da am 9. November 1938 in ganz Deutschland die Synagogen brannten, wird seit Kriegsende jährlich dieser Tag bundesweit mit einer Gedenkfeier begangen. Auch in Ingelheim gab es einige jüdische Familien, die, wenn sie nicht auswandern konnten, verschleppt und umgebracht wurden. Sehr persönlichen Gedanken ließ Pfarrer Peter Fleckenstein die Zuhörer teilhaben bei seiner privaten Aktion der Säuberung der Stolpersteine. Man stolpere kurz und denke nach, genau das sei richtig, kurz zu reflektieren, was damals passiert sei.

Der Initiator der Ingelheimer Gedenkfeier Klaus Dürsch vom Deutsch-Israelischen Freundeskreis erinnerte an die Geschichte der Juden in Deutschland seit fast 2000 Jahren. Schüler der Integrierten Gesamtschule Kurt Schumacher und des Sebastian-Münster Gymnasiums berichteten von Aktionen zu den Widerstandskämpfern Sophie und Hans Scholl und ihrem Unterricht zur Schule gegen Rassismus.

Oberbürgermeister Ralf Claus mahnte eindringlich, Hass, Gewalt und Fremdenfeindlichkeit entgegen zu wirken. Auch wenn in Ingelheim Vielfalt gelebt wird, und gegen die Naziaufmärsche friedlicher Protest entgegengestellt wird, sei es doch von allerhöchster Wichtigkeit, Toleranz zu lernen. Das beginne in der Schule. Leider seien bald keine Zeitzeugen mehr am Leben, die von ihren Erlebnissen während der Nazidiktatur erzählen könnten. So müsse das Wissen theoretisch weitergegeben werden und nicht, wie viele Bundesbürger bereits denken, „endlich mal zu den Akten gelegt werden“.

Das Duo Kocurek der Musikschule im Weiterbildungszentrum begleitete die Veranstaltung mit getragenen Weisen.