Vertragsunterzeichnung für neuen Linienverkehr Ingelheim

Bild: Nach einem langen Planungsprozess unterschrieben Bügermeisterin Eveline Breyer und Beteiligte der Transdev den Vertrag. Foto: Stadtverwaltung/dtg


Ein großer Tag für die Stadt Ingelheim und ein großer Schritt für die heutigen und zukünftigen Busnutzer: Nach mehr als vier Jahren Planungs- und Ausschreibungsphase wurde nun der Vertrag mit dem neuen Unternehmen, das ab dem 15. Dezember 2019 die Ingelheimer Stadtbuslinien fahren wird, unterschrieben. Das Unternehmen heißt INGmobil GmbH und ist ein Schwesterunternehmen der SBK in Bad Kreuznach und gehört zur großen Transdev Gruppe.
Am 15. Dezember wird sich damit im Ingelheimer Stadtbusverkehr einiges verbessern: Das Linienangebot wird sich verdoppeln und es kommen rund 20 neue Haltepunkte hinzu. „Es war ein langer Weg, bis wir jetzt die Verträge mit der INGmobil GmbH unterzeichnen konnten“, betont Bürgermeisterin Eveline Breyer, verantwortlich für den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). Da Ingelheim über kein eigenes Verkehrsunternehmen verfügt, musste bereits vor zwei Jahren ein europaweites Ausschreibungsverfahren gestartet werden. Im Mai 2019 stand dann fest, wer den Zuschlag erhält. Vor mehr als vier Jahren hatte Bürgermeisterin Eveline Breyer bereits einen ÖPNV-Workshop mit ÖPNV-Experten, Ratsmitgliedern und Mitarbeitern der Verwaltung gegründet. „Was hier entwickelt wurde, wird jetzt umgesetzt“, so Eveline Breyer. In diese Weiterentwicklungen flossen auch zahlreiche Bedarfsanfragen der Bürgerinnen und Bürger mit ein, die immer wieder an die Stadt herangetragen sowie in den Stadtteilkonferenzen eingebracht wurden. Unter anderem werden nun die neuen Stadtteile besser angebunden und zum Beispiel neue Haltestellen am Mehrgenerationenhaus und dem Altenheim Im Sohl eingerichtet. Insgesamt fahren die Linien in Ingelheim nun stärker in die Stadtteile hinein, um im Zuge des demographischen Wandels das Angebot zu verbessern.

Künftig wird ein neues Unternehmen den Buslinienverkehr in Ingelheim übernehmen. „Hierfür wurde eigens die INGmobil GmbH gegründet“, betont Rüdiger Schmidt, Geschäftsführer Betriebe und stellvertretender Regionalleiter Region SüdWest der Transdev. So wird es vor Ort einen Betriebsleiter und mehrere Mitarbeiter geben, die mit ihrem Büro im Bahnhofsgebäude stationiert sind. „Der Bahnhof wird in Ingelheim das Dreh- und Angelkreuz sein. Von hier aus werden die Linien sternenförmig in die Stadtteile ausströmen. Unser Ziel war es, in spätestens einer halben Stunde in jede Himmelsrichtung fahren zu können“, so die Bürgermeisterin. Und auch das war Ausschreibungsinhalt: Die Tagfahrlinien werden im Zuge der achtjährigen Betriebszeit auf E-Mobilität umgerüstet. „Gestartet wird mit Dieselfahrzeugen. Wir sind bestrebt innerhalb des kommenden Jahres E-Busse einzusetzen. Die Ausschreibung für die Busse ist beendet, ein Fahrzeugfavorit wurde gefunden“, erläutert Rüdiger Schmidt. Ganz unerfahren was E-Mobilität betrifft ist Transdev nicht, denn zu ihrer bisherigen Fahrzeugflotte gehören schon rund 600 E-Busse.

Bei der Planung der neuen Linien wurden die Wünsche und Bedarfe der Bürgerinnen und Bürger abgefragt. Viele Informationen lieferten die Stadtteilkonferenzen. Auch werden jetzt die neuen Stadtteile Heidesheim, Heidenfahrt, Uhlerborn und Wackernheim entweder durch die Stadtbuslinien oder Regionalbuslinien angefahren. „Die Nachtbuslinie fährt ebenfalls diese Schleife“, ergänzt Breyer. Visuell für den Bürger sichtbar, dass im Dezember 2019 ein neues Buszeitalter beginnt, wird es in den kommenden Wochen. „Dann werden wir die neuen Bushaltestellen installieren und verschiedene Haltepunkte barrierefrei ausbauen. Auch wird es dynamische Fahrgastinformationstafeln an starkfrequentierten Punkten geben. Hier kann man digital sehen, wie lange es dauert bis die nächsten Linien abfahren“, ergänzt Breyer.

Mit der Neugründung der INGmobil GmbH wurden auch neue Fahrerstellen ausgeschrieben. „Noch sind nicht alle Stellen besetzt. Wir verfügen über einen breiten Fahrerpool, auf den wir zurückgreifen können“, bekräftigt Rüdiger Schmidt. Er unterstreicht, dass der Fachkräftemangel ein ernstes Thema sei, lobt allerdings das gute Betriebsklima bei Transdev, welches die Mitarbeiter zu schätzen wissen. So sind langjährige Dienstjubiläen keine Seltenheit im Unternehmen.