Videokonferenz unter Freunden: Neuigkeiten aus Autun und Stevenage

Foto: OB Ralf Claus berichtet den Freunden in Autun und Stevenage vom Verlauf der Pandemie in Ingelheim. Bild: Stadtverwaltung.


Die frohen Gesichter waren zwar nur auf der Großleinwand zu sehen, dafür fielen die Begrüßungen umso herzlicher aus. „Bienvenue à Autun, welcome to Stevenage“, hieß der Ingelheimer Oberbürgermeister Ralf Claus die Freundinnen und Freunde in Frankreich und England zur ersten gemeinsamen Videokonferenz willkommen. Claus hatte sich mit Bürgermeisterin Eveline Breyer und der Beigeordneten Dr. Christiane Döll in der kING zusammengefunden, um sich mit den Vertreterinnen und Vertretern der Partnerstädte über die letzten anderthalb Jahre auszutauschen und sich vor allem endlich einmal wieder zu sehen – wenn auch nur auf dem Bildschirm. Auch der Förderverein Ingelheimer Städtepartnerschaften e.V. (FIS) unter Vorsitz von Dr. Joachim Gerhard und die Vorsitzenden der Stadtratsfraktionen waren anwesend und hörten gespannt zu, was aus dem Burgund und aus Hertfordshire berichtet wurde. Das jährliche Dreiertreffen, das im Sommer 2020 in Ingelheim angesetzt war, konnte damit 2021 immerhin digital und in kleinerer Form stattfinden.

Zwar haben nach über einem Jahr Coronapandemie alle Teilnehmenden reichlich Erfahrung mit Video-Meetings machen können und müssen, aber ein Gespräch in drei Sprachen zu führen, war dennoch für die meisten ein Novum. Daher wurden professionelle Dolmetscher für das Treffen engagiert, die die Vorträge und Diskussionen simultan in jeweils Englisch, Französisch und Deutsch übersetzten. Sie hatten reichlich zu tun: Zunächst ging es um die Corona-Situation in den drei Städten, danach wurden Maßnahmen rund um Klima- und Umweltschutz besprochen, und schließlich standen noch sonstige Neuigkeiten sowie organisatorische Fragen auf dem Programm. Alle Teilnehmenden in der kING waren mit Laptop und Headset ausgestattet, wodurch ein technisch reibungsloser Ablauf der Veranstaltung sichergestellt war.

OB Claus begann seinen Vortrag, indem er die Entwicklung der Pandemie seit März 2020 nachzeichnete: „Wir hatten verhältnismäßig Glück, was das lokale Infektionsgeschehen anging. So haben wir beispielsweise keinen Ausbruch in einem Ingelheimer Seniorenheim erleben müssen.“ Vincent Chauvet, Bürgermeister der Stadt Autun, konnte berichten, dass bereits um die 50 Prozent der Bürgerinnen und Bürger in seiner Stadt mindestens einmal gegen das Coronavirus geimpft sind. In der städtischen Veranstaltungshalle „Hexagone“ werden täglich um die 350 Menschen geimpft. In Stevenage ist der Impffortschritt in Prozentzahlen ein wenig weiter gediehen, was aber leider noch kein Grund zur Entwarnung ist, wie die Stadtratsvorsitzende Sharon Taylor beschrieb: „Wir befinden uns beim Impfen im Wettrennen mit der neuen, ansteckenderen Delta-Variante.“

Beim Umwelt- und Klimaschutz konnte Dr. Christiane Döll als zuständige Dezernentin über die Fortschritte bei der E-Mobilität berichten und verwies in diesem Zuge besonders auf die E-Busse, deren Anschaffung für den städtischen ÖPNV der Stadtrat vergangenen Herbst beschlossen hat. In Autun wurden viele Anstrengungen unternommen, innerstädtische Grünflächen zum Wohle der Insekten und des Mikroklimas aufzuwerten, während in Sachen Verkehr autonom fahrende Schienenfahrzeuge erprobt werden. Stevenage legt derzeit einen Fokus auf E-Taxis und E-Busse und hat Prinzipien der Nachhaltigkeit im lokalen Wohnungsbau verankert.

Bei den sonstigen Neuigkeiten vermeldete Chauvet stolz ein sportliches Highlight: „Wir freuen uns, dass Autun auf der Route der diesjährigen Tour de France liegt.“ Außerdem schritt im Burgund die Renovierung des städtischen Museums „Musée Rolin“ weiter voran. Seine Kollegin aus Stevenage hatte ebenfalls tolle Nachrichten. Die Stadt hatte sich erfolgreich um Gelder aus einem Corona-Hilfsfonds der britischen Regierung beworben und einen Betrag von über 37 Millionen Pfund bewilligt bekommen. Mit diesem Geld, so Taylor, werde man das Projekt „Transforming Stevenage“ noch umfangreicher und schneller vorantreiben, also eine umfassende Renovierung des Stadtkerns und die Neugestaltung vieler öffentlicher Bereiche umsetzen. OB Claus gratulierte Taylor zu diesem Erfolg und berichtete seinerseits über die Fertigstellung des neuen Feuerwehrhauses Am Großmarkt 6, die Fortschreibung des städtischen Leitbildes sowie die Debatten aus dem Ingelheimer Wohndialog.

Am Ende des Meetings erzielte man schnell Einigkeit, wann endlich wieder ein „echtes“ Wiedersehen stattfinden könne. Von 23. bis 27. Juni 2022 wird Ingelheim die Delegationen aus Autun und Stevenage empfangen, zur großen Freude aller Beteiligten – denn auch eine geglückte Videokonferenz kann einen richtigen Besuch unter Freunden nicht annähernd ersetzen.