Volkstrauertag wieder mit hochkarätiger Besetzung

Prof. Dr. Trabert. Fotos: Stadt/bs


Annika und Joachim


Ingelheimer Kantorei


Pfarrer Peter Fleckenstein


Zur zentralen Gedenkfeier am Volkstrauertag konnte Prof. Dr. Gerhard Trabert als Redner gewonnen werden, der als Arzt und Sozialmediziner in seiner Rede der Politik in Europa ein schlechtes Zeugnis ausstellte. Er legte sein Hauptaugenmerk auf die Flüchtlinge im Mittelmeer und die Konflikte und Kriege im Nahen Osten, was er beides aus eigenen Hilfseinsätzen kennt. Wirtschaftliche Interessen seien schon immer die Ursachen für Kriege gewesen, die auch schon immer auf den Rücken der Menschen, den Soldaten und Zivilisten ausgetragen worden seien, und das sei heute noch so, klagte Dr. Trabert an. Auf seinem Einsatz im Mittelmeer musste er erleben, wie ein paar Kilometer weiter Menschen ertrunken sind, sein Schiff sei zu spät gekommen. Das mache ihn wütend, denn wie könne es sein, dass eine so große Gemeinschaft wie Europa nicht in der Lage oder willens sei, einige Tausend Menschen vor dem Tod zu retten. Provokante Fragen wie „gibt es eine Obergrenze für Humanität“ musste jeder Zuhörer für sich selbst beantworten.

Oberbürgermeister Ralf Claus betonte in seiner Ansprache die große Bedeutung von Demokratie, Frieden und Freiheit. So sollte der Volkstrauertag auch ein Tag sein, an dem an den Frieden gemahnt wird und ihn nicht als selbstverständlich nehme. Jeder solle sich gegen Menschenfeindlichkeit, Hass und Gewalt einsetzen und nicht wegsehen.

Die Ingelheimer Kantorei begleitete die Gedenkfeier mit ihren Liedern, Björn Colditz und Carla Rodde von der Musikschule des Weiterbildungszentrums an den Trompeten sorgten für getragene Stimmung. Joachim und Annika von der Jugend der Friedenskirche trugen eine Lesung vor und Pfarrer Peter Fleckenstein von der Versöhnungskirche schloss mit einem Gebet.