Flucht und Asyl

Liebe Ingelheimerinnen und Ingelheimer,

die Zahl der Flüchtlinge steigt aufgrund der Vielzahl der kriegerischen Auseinandersetzungen und Konflikte weltweit weiterhin stark an. In unserer Stadt selbst haben wir in den vergangenen Jahren über 500 zugewiesene Flüchtlinge aufgenommen und in Wohnungen untergebracht. Diese werden von unserer Fachstelle Asyl, unserem Büro für Migration und Integration, Fachkräften der Caritas sowie vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern betreut und begleitet. Der "Runde Tisch Asyl", ein Zusammenschluss vieler Ingelheimer Initiativen, Organisationen, Verbände, Glaubensgemeinschaften, des Migrations- und Integrationsbeirates, der Polizei, der Kreisverwaltung und vielen anderen, hat inzwischen getagt und unterstützt und begleitet die Flüchtlingsarbeit in unserer Stadt in vielfältiger Weise.

Ingelheim ist eine weltoffene und lebendige Stadt, in der Menschen aus rund 100 Nationen leben und arbeiten. Ich empfinde diese Vielfalt als etwas positives, viele Chancen für die Zukunft unseres Gemeinwesens erwachsen daraus. Wir leben in einer wohlhabenden Stadt mit einer hervorragenden Infrastruktur. Dies ist nicht selbstverständlich - wir sollten uns vielmehr gelegentlich vor Augen halten: es ist ein großes Glück in einem friedlichen Land und einer so wohl situierten, lebendigen und aufstrebenden Stadt wie unserer zu leben.

Dies ist für uns aber auch eine Verpflichtung gegenüber den Menschen, die in unserer Stadt vorübergehend - wie in der Aufnahmeeinrichtung des Landes - oder dauerhaft vor Krieg und Verfolgung Schutz suchen. Es ist unsere Pflicht, diesen Menschen zu zeigen, dass sie in unserer Stadt willkommen sind und dass wir ihnen helfen und sie unterstützen wollen. Es ist ein Gebot der Menschlichkeit, diese Menschen anzunehmen und ihnen dabei zu helfen sich in unser Gemeinwesen zu integrieren. Es ist mir dabei sehr wohl bewusst, dass dies nicht immer problemlos und konfliktfrei zu bewältigen sein wird. Vielmehr steht unser Gemeinwesen hier vor einer großen Herausforderung, die wir gemeinsam aber bewältigen können.

Ich bin sehr froh und stolz, dass unsere Stadt nach wie vor unaufgeregt und mit großer Hilfsbereitschaft der Institutionen, aber auch vieler einzelner Bürgerinnen und Bürger, die Menschen, die Zuflucht in Ingelheim gesucht haben, aufgenommen und unterstützt hat und ihnen mit Wertschätzung begegnet ist. Es ist und bleibt unsere gemeinsame Aufgabe dieses Klima der Toleranz, des gegenseitigen Vertrauens und der Hilfsbereitschaft zu bewahren. Dazu rufe ich Sie alle auf, denn die eigentliche Integrationsarbeit fängt jetzt erst richtig an!

Ihr
Ralf Claus
Oberbürgermeister

Ansprechperson

Talisa Keller

Christine Schmitt