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Nachhaltigkeit

Fachaustausch in Edéa: Ingelheimer Delegation vertieft Nachhaltigkeitspartnerschaft mit Kamerun

Weitere Teilnehmende waren Dr. Friederike Vigeland, Koordinatorin für Kommunale Entwicklungspolitik, Dominik Schönherr als Vertreter des Ingelheimer Stadtwalds sowie Jean Iyabi, Vorsitzender des Ingelheimer Vereins Kids Development Center.

Fachdialog wurde fortgeführt

Ziel der Reise war es, den fachlichen Dialog zwischen beiden Kommunen in den Bereichen nachhaltige Waldnutzung, Umweltbildung und urbane Stadtbegrünung weiter auszubauen. Im Mittelpunkt stand das gemeinsame Interesse beider Städte an einer zukunftsfähigen Bewirtschaftung ihrer Stadtwälder. Wie Ingelheim verfügt auch Edéa über einen Stadtwald und steht vor der Aufgabe, diesen unter veränderten klimatischen, ökologischen und gesellschaftlichen Bedingungen nachhaltig zu entwickeln. Die Partnerschaft mit Edéa steht im Zusammenhang mit der entwicklungspolitischen Strategie der Stadt Ingelheim und wurde im Rahmen der Klima- und Nachhaltigkeitspartnerschaften der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt initiiert. Die Reise wurde über den Kleinprojektefonds der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt gefördert.

In fachlichen Gesprächen, Besichtigungen und Begegnungen mit Vertreter*innen aus Verwaltung, Politik und Zivilgesellschaft wurde deutlich, dass viele Herausforderungen im Bereich Wald, nachhaltige Entwicklung und Sensibilisierung im Globalen Norden und Süden vergleichbar sind – auch wenn sie unter unterschiedlichen Rahmenbedingungen auftreten. Vor Ort zeigte sich eindrücklich, dass globale Themen wie Klimawandel, Ressourcenverbrauch, Waldschutz und Biodiversität keine abstrakten Fragen sind. Sie zeigen sich zum Beispiel konkret in veränderten Regenzeiten oder in großflächigen Palmöl- und Kautschukplantagen, die Landschaften und Ökosysteme deutlich verändern.

Wissenstransfer auf persönlicher Ebene

„Die Reise hat uns eindrücklich gezeigt, wie wichtig langfristiges Denken in der Waldnutzung ist. Wald ist Lebensraum, Klimaschützer, Erholungsraum und Wasserspeicher zugleich. Nutzung und Erhalt müssen zusammengedacht werden und das geht nicht ohne die Einbindung und Sensibilisierung der Bevölkerung“, so Gillebeert. Zugleich machte der Besuch deutlich, dass kommunaler Fachaustausch weit über reinen Wissenstransfer hinausgeht. Persönliche Begegnungen schaffen Vertrauen, Verständnis und ein stärkeres Bewusstsein für globale Zusammenhänge. Sie helfen, die eigene kommunale Praxis zu reflektieren und neue Handlungsansätze zu entwickeln. Lösungen aus Edéa lassen sich nicht eins zu eins auf Ingelheim übertragen, geben jedoch wichtige Impulse.

Ein zentraler Punkt der Gespräche war, dass nachhaltige Waldnutzung eine Gemeinschaftsaufgabe ist. Verwaltung, Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Bevölkerung müssen miteinander in Dialog gebracht werden. Beteiligung, Kommunikation und Sensibilisierung sind wichtige Voraussetzungen für tragfähige Lösungen. Auch ein Vertreter der deutschen Botschaft, der die Delegation einen Tag lang begleitete, betonte die Bedeutung kommunaler Partnerschaften. Debatten über Klimaschutz und Regenwalderhalt blieben auf europäischer und nationaler Ebene häufig theoretisch; konkrete kommunale Projekte vor Ort könnten diese Ansätze ergänzen und stärken.

Gegenbesuch in Ingelheim in Kürze geplant

Der Gegenbesuch einer Delegation aus Edéa in Ingelheim ist für Oktober 2026 geplant. Dabei sollen die bisherigen Erkenntnisse vertieft und konkrete Perspektiven für die weitere Zusammenarbeit entwickelt werden. 

„Der Fachaustausch zeigt: Globale Verantwortung beginnt auch vor Ort. Dort, wo Menschen miteinander ins Gespräch kommen, voneinander lernen und gemeinsam Lösungen entwickeln, können konkrete Veränderungen entstehen“, fasst Gillebeert zusammen. Wer mehr über den Fachaustausch erfahren und die Delegation aus Edéa kennenlernen möchte, hat beim Kamerunischen Abend am Freitag, 23. Oktober 2026, ab 19 Uhr im großen Saal des WBZ dazu Gelegenheit. Eine Anmeldung ist erforderlich und erfolgt per E-Mail unter fairtrade@ingeheim.de.