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Museum bei der Kaiserpfalz: Dr. Ingeborg Domes in Ruhestand verabschiedet

Bei ihrer Verabschiedung ist Domes nicht anzumerken, dass sie bald aus dem aktiven Berufsleben ausscheidet. Voller Begeisterung erzählt sie in der Rückschau von den zahlreichen kleinen und großen Projekten, die sie in den letzten Jahren angeschoben oder begleitet hat. Dazu zählt zum einen die Digitalisierung museumspädagogischer Angebote, die durch die Corona-Pandemie besonders in den Fokus gerückt ist. Zum anderen fanden unter ihrer Leitung mehrere Ausstellungen im Museum und dem Kunstforum Ingelheim – Altes Rathaus statt, wie die zu den Themen: „Material im Fokus – Glas in der zeitgenössischen Kunst“ (2021) und „Alexander von Humboldt – Carlo von Erlanger. Natur im Wandel 1769-2022. Mit Kunstwerken von Sinje Dillenkofer“ (2022).

Etablierung beliebter pädagogischer Formate

Hinzu kommen eine Vielzahl äußerst beliebter pädagogischer Formate, wie die Interkulturellen Stadtführungen, Kooperationen mit Schulen und Kitas, Vortragsangebote wie „Geschichte am Mittag“ oder die Taschenlampenführungen bei Dunkelheit, die jeweils unterschiedliche Zielgruppen ansprechen. Letzteres ist Domes besonders wichtig: „Es war mir immer ein Anliegen, die Vermittlung von Geschichte allen zugänglich zu machen, unabhängig von Herkunft, Bildungsabschluss oder sozialem Hintergrund.“ 

Nach einer Ausbildung zur Zahnarzthelferin in ihrer Heimatstadt Bamberg machte sie im Mainzer Ketteler-Kolleg ihr Abitur und absolvierte dort ihr Studium in Klassischer Archäologie, Kunstgeschichte und Alter Geschichte an der Johannes Gutenberg-Universität. 2003 wurde sie promoviert und war einige Jahre lang freie Mitarbeiterin im Landesmuseum Mainz und Kooperationspartnerin des Gutenberg-Museums, bevor sie 2009 schließlich im Museum bei der Kaiserpfalz ihre Zelte aufschlug. „Mit ihrem Werdegang ist Ingeborg Domes ein gutes Beispiel, welch große Chancen der zweite Bildungsweg bietet“, betont Oberbürgermeister Ralf Claus.

Die Weiterentwicklung lässt sich auch an den Besucherzahlen ablesen, wie Eveline Breyer, Bürgermeisterin und Kulturdezernentin, betont: „Das Museum ist heute für alle Altersklassen ein attraktiver Lern- und Begegnungsort. Ingeborg Domes war ein Motor für die inhaltliche Gestaltung und pädagogische Diversifizierung der Angebote, dafür gebührt ihr unsere Anerkennung.“

Gewachsenes Museums-Team

Doch nicht nur in der Wirkung nach außen, sondern auch innerhalb der Belegschaft hat sich das Museum stetig weiterentwickelt. „Mir ist es wichtig, dass das Haus gut aufgestellt ist“, erläutert Domes mit Hinblick auf die Zukunft des Museums. Innerhalb des Teams konnten viele Mitarbeitende über die Jahre ihr persönliches Potential entfalten und bereichern mit ihren Interessen und ihrer Expertise die jeweiligen Formate. Ab 1. Januar 2026 übernimmt Dr. Nicole Nieraad-Schalke die Museumsleitung, mit Dr. Isabel Kappesser als Stellvertreterin, beide langjährige Mitarbeiterinnen im Museum. Ein hohes Maß fachlicher Expertise bleibt dem Museum also erhalten. Das kommt insbesondere der anstehenden Museumserweiterung zugute, denn die Grundlagen sind gelegt. Das Vergabeverfahren soll 2026 eingeleitet werden.

Was die Zukunft für Domes bereithält? „Familiendienst mit meinen Enkeln“, schmunzelt die angehende Ruheständlerin. Sie erhalte zudem viele Anfragen für ehrenamtliche Tätigkeiten, die bis hin zum Kuratieren von Ausstellungen reichen. Langweilig dürfte ihr somit nicht werden, zumal sie auch weiterhin in Ingelheim aktiv bleiben dürfte, beispielsweise als Mitglied im Historischen Verein. OB Ralf Claus und Bürgermeisterin Eveline Breyer dankten Ingeborg Domes für ihr Wirken bei der Stadt und wünschten ihr viele schöne Momente und Gesundheit für die kommenden Jahre.