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Ehrenamt
Internationale Ehre für Wackernheimer Brückenbauer: Mustafa Cimşit erhält Martin Buber-Plakette
Die Liste der bisherigen Preisträger liest sich wie ein „Who is Who“ der Zeitgeschichte: Persönlichkeiten wie Michail Gorbatschow oder Richard von Weizsäcker haben sie bereits entgegengenommen. Im kommenden Juni wird nun Mustafa Cimşit in der Abtei Rolduc (Kerkrade, Niederlande) in diesen Kreis aufgenommen. Mit der Verleihung an das diesjährige Trio würdigt die Jury ein Engagement, das über Grenzen hinweg für Verständigung eintritt.
Dialogisches Prinzip auf Augenhöhe
Was Cimşits Arbeit so einzigartig macht, ist das Fundament, auf dem sie steht: Er leitet das „Maimonides jüdisch-muslimisches Bildungswerk“ in Wackernheim gemeinsam mit seinem jüdischen Kollegen Manfred Levy.
Das Bildungswerk hat sich längst als bundesweites Leuchtturmprojekt etabliert. In innovativen Workshops bekämpfen sie Antisemitismus und Islamfeindlichkeit dort, wo sie entstehen: in den Köpfen. Sie zeigen, dass religiöse Vielfalt keine Bedrohung, sondern eine gemeinsame Stärke ist.
Die Plakette, benannt nach dem jüdischen Religionsphilosophen Martin Buber, wird jährlich an Persönlichkeiten verliehen, die das „Dialogische Prinzip“ verkörpern – das echte Gespräch auf Augenhöhe. Dass Cimşit diesen Preis erhält, ist die logische Konsequenz seiner mutigen Bildungsarbeit.
Gelebter Dialog als Zeichen für Kraft des Gesprächs
Für Cimşit selbst ist die Auszeichnung mehr als eine förmliche Ehrung: „Diese Bestätigung gilt allen, die an die Kraft des Gesprächs glauben“, sagt er bescheiden. „Unsere Arbeit im Tandem zeigt: Wir müssen nicht alle gleich sein, um gemeinsam für die Würde des anderen einzustehen.“ Oberbürgermeisterin Eveline Breyer gratuliert dem Preisträger im Namen der Stadt Ingelheim: „In einer Welt, in der sich die Fronten zwischen den Religionen oft verhärten, setzen die beiden ein unübersehbares Zeichen. Sie lehren den Dialog nicht nur in grauer Theorie – sie leben ihn täglich vor.“
Für Ingelheim und den Stadtteil Wackernheim ist diese internationale Anerkennung ein bedeutendes Zeichen. Sie beweist, dass wegweisende Konzepte gegen Hass direkt vor der Haustür entstehen. Die Stadtgesellschaft darf sich freuen: Einer ihrer Bürger wird nun offiziell zum internationalen Botschafter der Menschlichkeit ernannt.

